Posts mit dem Label lowercase letters werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label lowercase letters werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 15. September 2026

alveola

lungs full of colour, still breathing
you hide inside the capillaries
teeth sharp as diamonds, eyes like tourmaline,
clutching your own strings

oh, it's beautiful you're so aware
too bad i can't have a dance with you
not as long as your dress is
still stained with blood

yes, and this firebrand will leave a mark, too
please hand over your licence and vacate the perimeter
don't worry, we will meet again just outside
this time, i have brought my carving knife

i heard someone is in need of a spine.

Montag, 14. September 2026

pleiades

i abandoned control somewhere between ice-cold clouds
came back just to disappear without a trace
afraid that silver-eyed demons might have spoken the truth:
there's nothing left underneath the violence - the only beauty lies in decay

for years, i answered in blood, til i forgot the question
i created an image, ate all my feelings, a slave of a love-infected heart
tried to drown out the voices, still sharing a bed with ghosts of the past

walked with selene hand in hand, but never in daylight;
the vampiric assassin of my own better life
crumbled city walls between the tips of my fingers
fought a knight in fcking shining armor,
then stepped outside, the destruction

to choose the moon instead of a brain,
cause where the hell had thinking ever led me
chose the stars for eyes, so i could see her in heaven
never found a cure for love, never will

Donnerstag, 27. August 2026

re: double feature

she is not the architect; she's the architecture
she's in the walls, the ceiling, the basement - and she is not alone
you are there - not the architect, either;
this is not a place to create, you are but allowed to admire

you are there, frozen, you can't get any closer -
try to leave, but you won't be able to open all these doors
that's what she does - she likes you best when you're like a ghost:
transparent, only she can see you,
and every time she looks away, you just cease to exist
your future. is viole(n)t. or nothing at all.

and you don't know it yet -
even if you did, it wouldn't make a fucking difference,
cause you don't get to choose -
but nothing would be better than rotting away in this prison, forever.

Mittwoch, 5. August 2026

devise: kleinholz

I. ich hab ein halbes jahr - gegeben, ohne zu zögern; ich meine, ich habe gewartet, und erstmal gar nichts beurteilt, weil sie das weiß gott verdient hatte nachdem da so viel eingestürzt ist, aber statt das zu reparieren, wird das andere stuhlbein auch noch angesägt, und an dem punkt dachte ich mir so, mit all der eloquenz, die ich aufbringen konnte: hä?

im märz hab ich der gesamtsituation dann ein gewand geschneidert aus euphemismen, aber hätte, hätte, hätte - ich das mal so dargestellt, wie's wirklich war, nämlich belastend, dann - ach komm, was soll das, glaubt doch keiner ernsthaft, dass das einen unterschied gemacht hätte. also hab ich die frist in die verlängerung geschickt. weil ich an etwas geglaubt habe.

besser: weil ich an jemanden geglaubt habe. tja, und dieser jemand hat jetzt nen beil in der hand, also, so rein gefühlsmäßig, und zertrümmert damit fröhlich den, ich weiß nicht, esstisch. es wird sich nicht mehr zufrieden gegeben mit stuhlbein-gesäge. ähm, ich dachte, wir wären gerade dabei, etwas aufzubauen? hab ich da was falsch verstanden? warum genau wird unser mobiliar gerade zu kleinholz zertrümmert? von d i r? was? soll? das?

kann ich dich nicht fragen, fck, weil du beschäftigt bist mit: keine zeit haben, für mich. ja, und nun. muss ich vielleicht langsam mal beurteilen. ob der zeitpunkt gekommen ist, meine zelte abzubrechen. 

II. ich schreib das. als würde ich die antwort nicht schon kennen. 

III. aber schreiben kann man viel. und gedanken mache ich mir noch mehr. bloß ist das nicht mein kopf, der die entscheidung trifft - der hat absolut kein mitspracherecht, zumindest nicht in diesem fall. mein herz entscheidet. sich zur not auch für ruinen.

Sonntag, 12. Juli 2026

zu spät für kirschen

ich hab ihr eine postkarte geschrieben, wieder, und ihr ein buch zum geburtstag geschenkt, das erste mal. ich würde ihr auch kirschen kaufen - sie liebt kirschen - dienstag vormittags, auf dem markt, wäre sie nicht in den urlaub gefahren. wenn sie zurück kommt, hat ihre liebste kirschensorte nicht mehr saison. dann müsste ich august-kirschen kaufen, und das, wo sie die mitte-juli-kirschen doch viel lieber mag. ob k e i n e kirschen dann besser wären als august-kirschen? ich weiß nicht genau. weiß nur, dass mein herz bisschen dumm ist. stehe unten vor dem fahrstuhl, als sie rein kommt, mache nen schritt auf sie zu, so als würde ich - was? sie nimmt mich in den arm, dann, als sei das die antwort auf meine frage, und ich bin verwirrt; hab mich verplappert. scheiße, dabei reden wir gar nicht mehr. sie hat keine zeit. das ist das einzige, das sie mir gerade sagt. ich nehm's persönlich, so als könnte sie, wenn sie wollte - ich weiß es doch einfach nicht besser. woher denn auch, wenn nicht von ihr.

also führe ich selbstgespräche; nein: lüge mir dann selbst ins gesicht - nein, auch nicht. mein verstand, ja, der soll meinem herz mal mitteilen, dass das nur eine ausnahmesituation ist, und keinesfalls das ende. das bleibt nicht für immer so. (natürlich nicht, meint der klumpen in meiner brust so, und ich schlag ihm auf die finger, sonst würde er zum skalpell greifen, um sie aus mir heraus zu schneiden.) mein herz hat taube ohren.* und sie hat keine zeit. sie kommt zu spät zurück für kirschen. und ich, ich hoffe: ich hab's dann verlernt. verlernt, sie zu brauchen. 

*mir ist, als hätte ich den satz schon mal gehört, irgendwo? der kam mir gerade so in den kopf, aber kommt mir seltsam bekannt vor. ich hoffe, ich hab den nicht geklaut, von jemandem. sorry, falls dem so sein sollte. ich weiß es gerade nicht besser. 

Sonntag, 14. Juni 2026

BA970

cabin crew, take your seats for landing. ja, natürlich hätte, wäre, wenn, es auch anders kommen können. weiße zuckerwattewolken das gefängnis, statt dem türkis - wir hätten das meer sehen können, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. aber es ist mühselig, darüber nachzudenken. und dann auch noch worte finden für etwas, das sowieso nie passiert wäre - du trägst deine haare doch am liebsten offen, ich weiß, und deine seele, was hättest du mit der gemacht? die müsstest du dann auch verkleiden, verstecken, alles, hinter einem hübsch aufgemalten lächeln, und wo bleibt da die verbindung. also lag statt der welt ich dir bloß zu füßen, und du hast beschlossen, das nicht synonym zu verstehen. weil liebe manchmal nicht genug ist oder du stilmittel einfach nicht kapierst, was weiß ich schon.

dass das ende immer gleich gewesen wäre, das weiß ich; die gitterstäbe sind nur zierde, beiwerk, am schluss brechen wir nicht an konventionen, sondern an der zeit selbst entzwei. jetzt, am ende, sind wir einfach nur gewöhnlich; vorbei, denn zeit passiert uns allen. spielt keine rolle, was wir nicht durften: das meer sehen, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. spielt keine rolle, dass (es) inzwischen da nicht meer hängt - wollte ich schreiben, aber es bricht mir das herz. es bricht mir das herz, dass du der ort geworden bist, an den ich nicht länger gehen kann. ich sitze also im flugzeug, machtlos; diese distanz lässt sich nicht messen in kilometern. du bleibst. unerreichbar entfernt, für immer.

Montag, 16. Februar 2026

schnitt. stellen.

I. and it feels like
finally she came to me
to whisper in my ear
don't stay here

II. der song ist zu lang um kaffee zu kochen. aber er hat die perfekte länge um ihn direkt in meine blutbahnen zu injizieren. mir ist kalt. wieder so kalt wie in jenem herbst.

III. ich bin kein unbeschriebenes blatt. aber müsste ich's nochmal machen, würde ich dir ein solches mit der post schicken. so hätten wir uns wenigstens - endlich einmal - ähnlich viel zu sagen. und ich würde gewinnen, dann. denn dass ich lauter, leiser, und schöner schweigen kann als du, wissen doch schon längst alle.

IV. french press on a pedestal / two scoops haven't worked for too long (a tale of golden keys - something political) x ja und dann bin da ich, und ich weiß nicht, ob die anderen zeilen auch zutreffen auf mich. weiß ich, wie ich mich fühle? und wie viel zeit hat sie sich genommen für die entscheidung(en), teil meiner vergangenheit zu bleiben?

V. das hätte absehbar sein müssen, denke ich mir. sie war immer schon. viel zu Perfekt. 

VI. ich will nicht weiter irgendwelchen bipolar veranlagten zeitströmen folgen, lieber sitze ich hier und atme, mit mir selbst. versuche, mir einzureden, ich könnte ihr entkommen. doch dazu müsst' ich meinen glauben ändern. kann ich nicht, ist viel zu schön so. wer fühlt sich nicht gerne bedroht von der unendlichkeit der dinge.

VII. was.

VIII. tue ich denn hier? ich tue das selbe wie früher, nicht? die anfänge mit römischen zahlen zu versehen ändert doch gar nichts, wenn das ende gleich bleibt. this is not goodbye.

(und so traf "aufgegeben III" zuerst "how did i get up anyhow" und ist dann drei jahre durch die zeit gereist. hat meinen verstand da mal kurz abgeholt; macht gar nichts mehr aus, dass ich aktuell fieber habe und auf zu viel und zu wenig kaffee gleichzeitig bin. geisteskrankheit. braucht keine resonanz. und wenn ich's am ende doch bereuen sollte, habe ich hoffentlich längst schon vergessen, wie weh es einmal tat.)

Mittwoch, 4. Februar 2026

geisterliebe

I. die asche hörte damit auf, meinen namen zu flüstern, nachdem ich ein machtwort gesprochen hatte. nachdem ich realisiert hatte: die brücke zurück in die vergangenheit brennt zwar lichterloh - aber was ist, wenn das nicht mehr die richtung ist, in die ich gehe? 

II. es ist kalt. seit dem zeitpunkt, an dem ich mich abgewandt habe; seit ich den gefühlen ein ansehnliches gewand geschneidert habe, so dass sie nicht mehr länger wirken wie groteske gestalten, die sich nicht in die öffentlichkeit wagen dürfen. 

aber ihre gefühle dürfen nicht existieren auf papier. das würde schließlich spuren hinterlassen. und das darf es doch nicht; wir lieben wie geister. 

und weil ich das doch weiß, habe ich mir ein zeitfenster gesetzt. jetzt warte ich nicht mehr. (ich warte nicht mehr. aber ich warte auch nicht weniger.)

ich kann nicht anders.

ich sitze hier wartend; darauf, dass meine geisterliebe einen weg findet, diese mauern zu überwinden. die in ihrem kopf meine ich, und die um ihren hübschen kopf herum auch. 

III. meine gefühle sind wohl wahrhaft schlechte geister, was? die können nicht so mir nichts, dir nichts, locker-flockig durch diese wände schweben. 

dabei müsste sie nur das wort sagen. dann könnte ich sie sogar mitnehmen in mein neues leben. dann könnte sie mir sagen, ich solle weniger arbeiten, weniger kaffee trinken und meinem therapeuten nicht so viel von ihr erzählen.

IV. tja. aber, aber, aber.

aber ich muss doch.

also geht's genauso weiter. nur dass ich nicht mehr sterbe, wenn ich in den briefkasten schaue. 

V. ich sterbe nicht mehr, wenn ich in den briefkasten schaue. 

aber ich sterbe auch nicht weniger.

Freitag, 20. Juni 2025

no future? yeah right

ich stelle den song auf repeat, so rein aus prinzip; weil die vergangenheit mir gar nichts kann. ich könnte auch feiern. in sicherheit sein - das muss ich mir heute nicht mehr begründen. (aber das musste ich mir erarbeiten, und das hätte nie so sein dürfen.) soll ich feiern, dass ich davon gekommen bin, ja? mit tausenden fragen im gepäck und noch viel mehr an gefühlen, an denen ich mir mindestens den kopf zerbreche. 

ich habe das meiste irgendwo aufgeschrieben. ich habe viel geschrieben, seit der knoten geplatzt ist, sozusagen, irgendwie zwischen vierzig und fünfzig seiten, in, ich weiß nicht, den letzten vier wochen? 

seit dem 15. mai; seitdem ich hinsehe.

ich sehe da nicht gerne hin. trauma sieht ausgesprochen hässlich aus. aber nützt ja nichts. man muss hinsehen; ich hab hinsehen müssen an diesem punkt, weil weglaufen nicht mehr ging, weil meine verdammten beine mich keinen zentimeter mehr weiter tragen wollten.

also hab ich mit dem kopf genickt, ich idiot, als mein therapeut mich fragte, ob.

ja. tue ich. genau davon spreche ich. 

hab ich das gewusst? spielt keine rolle; hab ich niemals zugeben können. sah nämlich nicht nur hässlich aus, sondern hat sich auch ziemlich hässlich angefühlt. 

ich könnte jetzt hingehen und das sagen, und seitdem fühlt mein brustkorb sich nicht mehr so an, als würde er aus granit bestehen. ich hab sogar die worte gesagt, die passen zu einem 20. juni, und ich bin mir fast sicher, dass ich ihm ein weiteres mal unter die augen treten kann. mit dem ganzen schmutz im gepäck kann ich da aufschlagen nächste woche, sicherlich kann ich das. dann werfe ich das zeug auf die müllhalde, dahin, wo es auch gehört. dreck zu dreck; und ich war nie ein teil davon. so viel weiß ich ganz sicher. 

#    #    #    #

edit: weil ich irgendwie bisschen dumm bin. eigentlich müsste ich den titel auch ändern, weil das gar nicht der song ist, auf den ich mich beziehe im ersten satz. aber das bleibt jetzt so. erinnert mich daran, dass ich mich auf einem feldzug befinde, in richtung selbstermächtigung.

Dienstag, 11. März 2025

bis die sterne verglühen

bin in der lage dazu, einen witz zu machen über die absolut schlimmste situation; ich mache nen witz darüber und möchte am liebsten die hand in den topf halten, in dem gerade meine nudeln kochen. ich mach nen gottverdammten witz darüber, wieder mal, und die worte, die ich eigentlich sagen möchte, ersticken in meiner kehle. ich kann es auch nicht aufschreiben. ich kann es nicht. nichts davon. 

ich werde es versuchen, okay?, ich weiß, ich muss, und ich versuche mir einzureden, dass ich am ende ja auch was davon habe, hat sie so gesagt, ich muss es nur glauben. aber wie soll ich. das darf ja schon wieder gar nicht so sein. "ich kann mir nicht vorstellen, dass wir voneinander getrennt sind, du und ich" sagt sie, aber was zur hölle tut sie denn da eigentlich gerade, wenn nicht uns voneinander trennen. und ja sagen, und vielleicht sogar ja meinen, aber weil ich nichts und niemandem auf dieser welt vertrauen kann, werde ich es erst glauben, wenn ich es auch sehen kann. 

ich will es doch bloß sehen, ein einziges mal würde schon reichen, denke ich mir; ich will gehen, wohin vor mir keine*r ging, ich will dahin gehen, mit niemandem an meiner seite. (auch wenn ich dürfte. mit kätzchen. aber wie zum teufel sollte ich das erklären. wie erkläre ich jemandem, was wir da tun, ich weiß es doch selbst nicht so genau. ich weiß nur, dass wir es tun.)

i don't know what to say 
but i'm gonna want you 'til the stars evaporate
we're only here for just a moment in the light
one day it shines for us, the next we're in the night
so say the word and i'll be running back to find you
starset - starlight

Freitag, 24. Mai 2024

after some good days / you will see / the end / from here

auf dem weg zur arbeit; point of no return läuft zum dritten, vierten, fünften mal. höre die worte i won't turn around wieder und wieder, fast wie eine beschwörung, und kann es doch nicht glauben. ich drehe mich um, jeden verdammten tag; vor lauter über-die-schulter-gucken schmerzt mein nacken, aber nicht so sehr wie mein herz. nie so sehr wie mein herz. der satz "wenn der preis für meine freiheit ist, dich zurückzulassen, dann ist das wohl sogar das beste" ist vor mittlerweile über einem jahr auf das papier geflossen, und von freiheit keine spur. in meiner welt aus asche hinterlässt niemand eine spur. ich weiß nicht, wie ich es erlauben soll; kenne nur narben. "ich bin eine katastrophe" meine ich zu rell, weil ich mich nicht traue ihr zu sagen, dass mein kopf mich tot sehen möchte, wieder, und dann kann ich über eine stunde lang nicht aufhören zu weinen. my demons läuft zum sechsten, siebten, achten mal, während ich meine einzelteile aufsammle und notdürftig zusammensetze; ich habe lediglich die form von mir, der rest - das innen - ist ein chaos. und bleibt ein chaos. ich kann mich nur zuhause zusammen setzen, so scheint es mir, und kann doch nie wieder an diesen ort gehen. "meine kleine, wir sehen uns am montag" trägt mich durch die tage; mal sehen, bis an welchen punkt.

Donnerstag, 4. April 2024

chapter 52: i went to live outside to find myself, but when i found truth it was something else

davor: es kümmert mich nicht mehr. es interessiert mich einfach nicht mehr; ob das richtig ist, oder was danach passiert - ungeahnte folgen? scheiß drauf. ich muss das wissen, muss die worte aus ihrem mund hören. alle worte. und wenn sie ihre meinung über uns geändert hat, auch genau das. natürlich hätte ich sie gerne in meinem boot sitzen, aber wenn das nicht so wäre, wüsste ich wenigstens, dass ich anscheinend an, naja, realitätsverlust leide. weil ich das problem nicht sehe. weil ich nichts sehe, das konsequenzen verdient hätte. vor allem: konsequenzen für sie - sie hat doch nur getan was ich wollte, weil ich es so wollte. und jetzt soll das so so so falsch gewesen sein? ich meine, ich weiß dass wir uns nicht an deren* gottverdammte regeln gehalten haben, aber man sollte doch wohl meinen, dass ein menschenleben mehr wiegt als ein paar verstaubte vorschriften. hätte ja keiner ahnen können, dass ich's nicht schaffe loszulassen, sondern (sie) festhalte bis zum bitteren ende. und jetzt sieht jemand diese trümmer - und kann es denn tatsächlich so wirken, als hätte sie mich in meine einzelteile zerschlagen? ich habe das getan. und jetzt brauche ich die gewissheit.

danach: sie präsentiert mir gewissheit auf einem silbernen tablett. zwar nicht die gewissheit, die ich wollte, aber ich hab all ihre worte gebraucht, um zu verstehen.

i don't know you anymore
or maybe i never did
yeah maybe i never did
and maybe i never will
enter shikari - giant pacific octopus

Donnerstag, 29. Februar 2024

rattenschwanz (oder: as if the world wasn't ending)

- forget the world for now, my love
and live these days with me 
as if the world wasn't ending -

nur ein seltsamer text, den ich über eine situation geschrieben habe, in der rell und ich gewesen sind, zu einer zeit im letzten jahr, als es warm war. ich war sehr nüchtern damals, und ich bin es jetzt nicht so sehr; bin aber auch nicht wirklich betrunken - ich arbeite noch daran. mir geht's nicht so gut. ich möchte nicht darüber reden. und ich möchte darüber reden, aber ich weiß nicht mit wem und noch weniger weiß ich, was ich sagen soll, weil ich nicht verstehe was mit mir los ist. der therapeut redet von irgendeiner "erkrankung" - so als sei das selbsterklärend, und ich hab keine peilung, was er meint. rede ich mir zumindest ein. oder: versuche ich mir einzureden.

er nennt es mittelschwere depressionen, und ich weiß nicht was das soll; das hier ist mein normalzustand, ich weiß schon gar nicht mehr wie es sich anfühlt, sich nicht so zu fühlen. dann, am letzten wochenende, klinge ich wohl wie eine schallplatte mit einem sprung: ich kann nicht mehr sage ich zu meinem someone. ich kann das alles nicht mehr. und dann weine ich mir sämtliche flüssigkeit aus dem körper, bis auf den letzten tropfen. insgesamt ein eher unschönes ereignis, und in mir wächst die überzeugung, dass er (also mein someone, nicht mein therapeut) mich irgendwann nicht mehr will, sondern sich jemanden sucht, mit dem er es einfacher hat. jemanden ohne dieses ganze kram: gender-kram, grace-kram, trauma-kram, they-hat-seit-anderthalb-tagen-nicht-mehr-auf-meine-nachrichten-reagiert-soll-ich-da-jetzt-vorbeifahren?-kram. ich meine, ich bin letztens in seinem bett aufgewacht, mitten in der nacht, und hatte von ihr geträumt, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sogar ihren verdammten namen gesagt habe. ich meine, wassolldenndas? (ich leere meinen zweiten drink gerade in unangemessener geschwindigkeit, und würde gerne irgendwas kaputt machen; am liebsten mich selbst.)

und: ich war der festen überzeugung, dass ich gar nichts zu sagen habe - dafür nimmt das hier ganz schön große ausmaße an; alternativer titel sollte vielleicht sein: wie ich mich selbst gaslighte bis ich kurz davor bin schluss zu machen, weil ich mich für beziehungsunfähig halte. (würde ich aber nie. weil ich so verdammt selbstsüchtig bin. mir geht's so viel besser mit ihm. aber ich kann halt nicht sehen, dass es ihm besser geht mit mir - nein: ich erlaube mir nicht, das zu glauben, mein selbstwert lässt das gar nicht zu. er ist absolut verliebt in mich. er weiß nur noch nicht, dass das ein fehler ist.)

was ich jetzt tun werde? also: außer noch eine stunde angenehm angetrunken* zu sonata zu viben und nutella biscuits zu essen? keine ahnung. vielleicht sollte ich an irgendeinem punkt mit ihm (also mit meinem someone, aber wahrscheinlich auch mit meinem therapeuten) darüber reden - ich möchte bloß nicht dass er weiß, dass ich so furchtbare gedanken habe. ich möchte ihm das alles nicht zumuten. ich kann nämlich ganz gut damit umgehen (minus den part, an dem ich mich gezielt alkoholisiere an einem donnerstagabend, weil ich nicht mit meinen gefühlen zurecht komme) - was bleibt mir denn auch anderes übrig? mein kopf will mich tot sehen, phasenweise, mein halbes leben lang - aber er ist zu sensibel für den ganzen scheiß. andererseits: er kann inzwischen auch erstaunlich gut umgehen mit dem ganzen trauma-kram, also vielleicht wird das mit der zeit?

* bitte nicht zuhause nachmachen bla bla, ich wollte das nicht mehr tun bla bla bla - ja natürlich weiß ich es besser, aber mein wissen hilft mir nicht. so langsam sollte ich wohl auch zusehen, dass ich ein bisschen runterkomme, bevor das hier wirklich ausartet, dabei möchte ich nur laufen: sehr schnell sehr weit weg von allem. cheers, oder so.

- take me where i cannot hear
the people calling me
pour whisky, brandy, vodka
come and live this night with me
as if the world wasn't ending -
sonata arctica - as if the world wasn't ending

nur eine haaresbreite

schnell, wirf einen tarnumhang darüber,
niemand darf uns es sehen
das alte spiel, mit neuen regeln,
nur eins bleibt immer gleich:
niemand, niemand darf -
ich darf nicht, du darfst nicht,
wir dürfen nicht, wir -
und ihr dürft -
nein, leise,
(wie sanfter regen, der fingergleich an fenster klopft)
sprich nicht davon,
denk. nicht. daran -
(an türen statt an fenster klopfen, aber nun nicht länger,
und könnt's ein synonym sein, würd's vielleicht klappen dieses mal,
doch ist mein name nur ein anagramm von f a s t,
und du hast keine zauberkräfte, keinen tarnumhang,
und so steh'n wir da, und ich kann alles schreien hören,
also stimme ich mit ein; stumm schreie ich mir die lunge aus dem leib -
hier, sieh nur, dies ist für dich.
nimm sie, mein herz, ich kann es nicht schenken)

[dieser text hat - aus einem mir völlig unbekannten grund (wahrscheinlich mein momentaner alkoholpegel, haha) - einen ziemlichen rattenschwanz nach sich gezogen, den ich in einem separaten beitrag veröffentlichen werde. bis dahin müsst ihr vorlieb nehmen mit einem meiner wenigen gelungenen "poetischen" ergüsse. stay tuned für die fortsetzung; es ist jetzt noch nicht so schlimm wie es wird.]

Dienstag, 16. Januar 2024

alternative: weltuntergang

ich hatte mir schon fast glaubhaft eingeredet, sie sei mir egal geworden, nur weil ich nicht mehr so an ihr klebe, so als sei ich im winter mit der zunge an einer laterne fest gefroren. dann ist gestern abend passiert; ist ein orangefarbener zettel mit meinem namen drauf passiert, und mit schrecken habe ich realisiert, dass jede alternative einem weltuntergang gleich gekommen wäre. dann ist gestern nacht passiert; sind meine träume passiert, und ich bin weinend aufgewacht, weil sie mich nicht mehr wollte. und dann ist heute vormittag passiert; ist dieses gespräch passiert, das ich gar nicht in worte fassen kann - kann nicht in worte fassen, wie sie mich angesehen hat, so als sei ich kein trümmerhaufen, sondern wertvoll. zu jedem anderen zeitpunkt hätte ich mehr mehr mehr gewollt, aber dadurch, dass wir uns viel öfter sehen als früher, komme ich mir vielleicht auch nicht mehr so schrecklich bedürftig vor. (außerdem habe ich inzwischen ja auch einen therapeuten. und meinen someone. vielleicht klammere ich mich deswegen nicht mehr so sehr an sie. das ist gut zu wissen, für mich. für sie vielleicht auch, auch wenn sie das eigentlich nie gestört hat.) sie ist auch immer noch die person, die ich weinend anrufe, und das stört sie auch nicht. und irgendwann werde ich die worte finden, die ausdrücken, wie dankbar ich ihr eigentlich für all das bin. 

Montag, 27. November 2023

auf spurensuche

die ersten spuren waren wie ein schatten; du bist ein bisschen erschrocken, als sie dir aufgefallen sind. aber mir gefällt das so. es gefällt mir, mich daran zu erinnern; es gefällt mir, mich an dich zu erinnern. deswegen habe ich den teller stehen lassen, auf dem dein toast lag - damit ich uns sehen kann, samstag, in meiner küche, beim abendessen. [das licht ist völlig irreal. und dann liegen wir unter sternen, und das orange verblasst, und die vergangenheit ist die vergangenheit.] deswegen habe ich die flasche stehen lassen, aus der du deine johannisbeerschorle getrunken hast - das etikett ist lila, und es ist sehr real, im gegensatz zu: ballkleidern, rotweintaumel, april. und ich muss mich nicht anstrengen, nicht erst etwas leisten oder mich würdig erweisen, dich nicht krampfhaft festhalten; du bist da, und du bleibst, auch wenn ich vielleicht nicht genau verstehe warum. du bleibst. und deine zahnbürste in meinem badezimmer bleibt auch. nur den rest sollte ich morgen wohl aufräumen.

Samstag, 11. November 2023

this time

this time, i don't save myself from drowning. i jump headfirst into the ocean instead, and the waters are as blue as in the painting you hung in your living room. this time, there won't be any gritted teeth or clenched fists - i'm not reaching for that knife again, i left it on the kitchen counter - i'm not murdering the words this time, i promise. because this time, you look at me like you've dreamed about kissing me, too. and i don't save myself from drowning, it's happening right now, it's happening slowly - and you don't blink and your eyes are as green as a pine forest in june. this time, my lungs fill with water, my lungs fill with fire, my lungs fill with you, and you don't throw me a lifeline this time, because we both know that this time, there won't be a next time.

Donnerstag, 28. September 2023

Prisma

du
kleidest die sehnsucht in ein neues gewand
du, nicht mehr -
von schillernden farben geblendet
eingewebt in einen kokon
das zitternde herz, das von der zunge st olp e r t
- als eine flüchtige berührung,
begleitet von worten, präzise gesetzt,
die in meinem herzen hallen,
sich nicht in (d)einem thronsaal verlieren;
in einem Mehr aus türkisen augen

du hast es mich erkennen lassen:
ein prisma, das das licht nicht bricht;
nein, es bricht und bricht,
bis nichts mehr von mir übrig ist
doch in den trümmern siehst du mich
und
nimm(st) mich mit

Dienstag, 26. September 2023

Kapitel 45: Februar

wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... würde ich mich mittwochabend in den zug setzen, wahrscheinlich don't stay here zwei stunden auf endlosschleife hören, und keinen gedanken an nervosität verschwenden.
wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... würde nervosität mich nach einer nicht sehr erholsamen nacht nach dem aufstehen überfallen; wäre ich einen vormittag lang kaum in der lage dazu, einen klaren gedanken zu fassen; müsste ich mich dazu zwingen zu frühstücken, bloß wäre es vermutlich schon 13 Uhr, also ist das wirklich der passende begriff?
wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... würde ich mich nach all dem zittern ins haus schleichen, wie ein dieb, weil "wir müssen kein geheimnis daraus machen" eben nur in der theorie gut klingt. (und ich würde mir wünschen ... ich würde mir wirklich wünschen, dass sich etwas ändert.)
wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... würden wir zusammen tee trinken, vielleicht auch kuchen essen, einfach weil wir es können, und weil ich ihr die bedeutung dieses tages erklärt hätte, und sie hätte sie verstanden. ich würde versuchen, meine dankbarkeit in worte zu fassen und dieses mal nur fast daran scheitern. 
wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... würde ich dann doch scheitern, an irgendeinem punkt später in unserem gespräch. ich. würde. scheitern., vergessen zu atmen, die zähne so fest aufeinander beißen, dass sie fast aus dem kiefer brechen. ich müsste die tränen zurückhalten, die worte, die aus meiner kehle klettern wollen, mühsam wieder herunterschlucken, damit ich bloß keinen fehler mache; und im bestreben, keinen fehler zu machen, mache ich alles falsch, was? hätte ich es dir denn jemals recht machen können?
wenn sich im februar nichts verändert hätte -
... wäre ich noch immer dort gefangen und würde mir einreden, freiheit liege im bereich des möglichen - freiheit für uns, aber du hast ja nicht gewollt. du willst nicht. und ich vermisse dich trotzdem. und das ist okay. aber ich muss mir vor augen führen, was ich lange nicht erkennen konnte, damit ich nicht darin verloren gehe.

Samstag, 15. Juli 2023

the silence where i stood

ich mache das nicht mit absicht. und ich mache das mit absicht. und es funktioniert, und es funktioniert nicht; es funktioniert ganz eindeutig nicht, sonst würde ich hier nicht sitzen, alleine mit einer flasche wein. aus angst, zu weit zu gehen, gehe ich lieber. das darf ich sie bloß nicht wissen lassen, sonst wirft sie mir wieder vor, dass ich ihr nicht genug vertrauen würde. dabei hat das mit vertrauen nichts zu tun. ich kenne sie. aber
m i c h kenne ich auch. und streng genommen weiß ich, dass ich's mir nicht erlauben dürfte, sie zu brauchen. aber ich tu's doch. vielleicht geht's ja gut aus dieses mal? sie sieht auch das problem überhaupt nicht; völlig mitleidslos ist sie der meinung, ich müsse das jetzt eben lernen. dass jemand [also: sie] gut ist zu mir. und dass nichts schlimmes passiert. [ich kann hier nicht weiter schreiben. ich bin viel zu verwirrt. sie sagt all diese dinge zu mir; vor ein paar tagen sagte sie, sie sei stolz auf mich, und ich wusste absolut nicht, wie ich darauf reagieren sollte. ich weiß auch nicht, ob das überhaupt schonmal jemand zu mir gesagt hat. scheiße, ist das nicht traurig? ja, doch, vielleicht mache ich das mit absicht; irgendwie muss ich ja sicherstellen, dass sie mir nicht auch noch abhanden kommt. das könnte ich nicht ertragen.]

In my whole life
There's silence where I stood
I found you in the lone light
Never knew it felt this good
Won't you teach me how to see
The way you see me
Talos - See Me