Mittwoch, 24. Juni 2026

Sommer/Loch im Kopf

Ich stelle fest: ich nehme ihm den "Esstisch" übel, und das seit knapp einer Woche, obwohl ich weiß, dass das wohl kaum böse gemeint war. Seine Gedanken haben sicher einfach nur nach dem nächstbesten Möbelstück gegriffen. Der Satz hat mir im Endergebnis dann leider gar nicht gefallen; hat es denn unbedingt der Esstisch sein müssen? Das ist so unpersönlich, dass ich es fast schon als Kränkung empfinde. Ich hab also die Gedanken weitergeführt: welcher Begriff hätte sich an der Stelle passender für mich angefühlt? Ja, und dann hab ich nachgedacht über Möbel - was man eben so tut, wenn die Hitze einem das Gehirn weich kocht.

Natürlich waren das nicht irgendwelche Möbelstücke - nur welche, die sich dazu verwenden lassen, Zeit zu verbringen mit einer anderen Person. Bei meinem Ranking von "Persönlich" nach "Unpersönlich" musste ich die Möbelkategorie dann allerdings noch etwas ausdehnen, denn ich finde, den ersten Platz hat nicht das Bett, sondern die Badewanne verdient. Ich meine, ich habe schon mit befreundeten Personen in einem Bett geschlafen. Teilt man sich unter Freund*innen aber die Badewanne? Ich wage es zu bezweifeln und behaupte, dazu muss schon ein romantisches Interesse bestehen. (Und dann macht man das genau ein Mal. Friert sich dabei halb zu Tode, und lässt es anschließend. Ausgenommen davon sind wohl Personen, die eine große Badewanne besitzen. Oder die vielleicht sehr klein sind? Ich weiß es nicht genau; ich weiß nur, dass ich alleine in der Badewanne schon immer abwägen muss, ob nun meine Füße, Knie, oder Schultern für eine Weile frieren sollen. (Ich bin allerdings auch knapp 180cm groß.) Ich kann mir nicht vorstellen, wie klein Personen sein müssten, damit sie zu zweit bequem in eine Badewanne passen. Also, vielleicht Kinder. Aber auf die beziehe ich mich natürlich jetzt nicht.)

Ja, also: Badewanne > Bett, was den Persönlichkeitsfaktor betrifft, denke ich. Dann Sofa vor Bank, aber nicht irgendeine, sondern Gartenbank. D a n n folgt der Esstisch, und danach nur noch die Parkbank, weil ich die teilen kann mit völlig Fremden. Damit hätten wir nun im Endergebnis Badewanne > Bett > Sofa > Gartenbank > Esstisch > Parkbank. Der Esstisch ist also fast das Schlusslicht. Dass er mich jetzt nicht in ihr Bett denkt, okay, würde ihm im Traum wahrscheinlich nicht einfallen, aber ich finde, zumindest das Sofa hätte ich mir verdient. Für meine Grenzüberschreitung, haha; vielleicht braucht er den Esstisch um den Abstand zu wahren, weil sonst a) sein Weltbild kaputt geht, oder er mir b) wieder ein zwanzig-seitiges Regelwerk entgegen schleudert, oder c) beides dieser Dinge passiert. 

Nur dass mir das Ganze nichts anhaben kann; konnte es noch nie - mein Name steht nicht im Vertrag. (Vielleicht der einzige Vorteil, den ich je genossen habe, hier so am kürzeren Hebel.) Also bin ich ein Scherbenhaufen nur inoffiziell. Ich habe eine Menge verloren, zwar nicht am Esstisch, aber eventuell könnte ich da trotzdem etwas wieder finden? Es ist mein Herz oder mein Verstand; Ausschlussprinzip. (Aus-Schluss-Prinzip, wenn es nach ihr geht, in der Kategorie: fehlerhaft.) In die selbe Kategorie falle ich. Der Meinung bin ich nach wie vor. 
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Der Post dümpelt schon ein paar Tage hier rum, eigentlich wollte ich den noch "zu Ende" schreiben - wie auch immer das ausgesehen hätte. Aber ich veröffentliche das jetzt so, damit ich mit dem nächsten Post anfangen kann, haha. Muss vorher nur vielleicht mal eine Runde auf meine Gefühle klarkommen. Sonst endet das in einem absoluten Chaos. 

Sonntag, 14. Juni 2026

BA970

cabin crew, take your seats for landing. ja, natürlich hätte, wäre, wenn, es auch anders kommen können. weiße zuckerwattewolken das gefängnis, statt dem türkis - wir hätten das meer sehen können, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. aber es ist mühselig, darüber nachzudenken. und dann auch noch worte finden für etwas, das sowieso nie passiert wäre - du trägst deine haare doch am liebsten offen, ich weiß, und deine seele, was hättest du mit der gemacht? die müsstest du dann auch verkleiden, verstecken, alles, hinter einem hübsch aufgemalten lächeln, und wo bleibt da die verbindung. also lag statt der welt ich dir bloß zu füßen, und du hast beschlossen, das nicht synonym zu verstehen. weil liebe manchmal nicht genug ist oder du stilmittel einfach nicht kapierst, was weiß ich schon.

dass das ende immer gleich gewesen wäre, das weiß ich; die gitterstäbe sind nur zierde, beiwerk, am schluss brechen wir nicht an konventionen, sondern an der zeit selbst entzwei. jetzt, am ende, sind wir einfach nur gewöhnlich; vorbei, denn zeit passiert uns allen. spielt keine rolle, was wir nicht durften: das meer sehen, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. spielt keine rolle, dass (es) inzwischen da nicht meer hängt - wollte ich schreiben, aber es bricht mir das herz. es bricht mir das herz, dass du der ort geworden bist, an den ich nicht länger gehen kann. ich sitze also im flugzeug, machtlos; diese distanz lässt sich nicht messen in kilometern. du bleibst. unerreichbar entfernt, für immer.

Samstag, 23. Mai 2026

it all wasn't right, take what you need and call it

aller guten dinge sind drei, sagt man. aber es sind fünf wochen, fünf tage vergangen, und es gibt keinen song. weil ich's dann zu nem abschluss bringen müsste. und wie könnte ich das. außerdem: mir ist egal, wie man sagt. spielt keine rolle. das sind nur worte. (und du, dann, hast dich verdammt fesseln lassen. von worten, worten, worten, und befreien - wieso sich die mühe machen, wenn man weiß: das gefängnis ist nur auf zeit. bloß an den ort, an den du dann gegangen bist. hättest du mich nicht mitnehmen können.)

nun bin ich alleine hier. schau dich an. weiß nicht mehr, was ich sehe. weggucken kann ich trotzdem nicht. wohin denn auch. (du bist doch überall. selbst jetzt noch; für immer, also.)

(also rede ich darüber. tue so, als hätte ich irgendetwas mal gewusst? "wäre sie ein ozean, würde ich in ihr ertrinken wollen." nur das.)

warst du aber nicht. kein wasser; licht kann wohl ebenso einer flut gleichkommen, denke ich. und wenn mein herz doch übervoll war davon. warum sind da jetzt bloß noch schatten. 

[Titel: Talos - The Flood]

Sonntag, 19. April 2026

stille / leftonarustedheapofhalos

warum wir einen krieg begonnen haben, ohne die geringste aussicht, ihn zu gewinnen? warum
i c h das getan habe? weil s i e es wert gewesen ist. vielleicht liegt darin die antwort. (und warum sie das getan hat. ob ich es wert gewesen bin. das muss ich nicht fragen. jetzt, wo sie nicht mehr da ist, antwortet nur noch stille. nur noch stille. lauter, als irgendetwas zuvor in meinem leben.)

Samstag, 18. April 2026

winter / icannotseeandthesilenceisraging

 

(bloß ein song. keine worte. zumindest nicht meine. die haben beschlossen, im winter zu erfrieren. und ich weiß nicht, ob jemals wieder frühling kommt. was mache ich bloß. ohne sie.)

Sonntag, 15. März 2026

Februar

Es ist schon (m)ein halbes Leben lang her. Und dann sehe ich (s)ein Gesicht auf nem Foto. Wer hätte denn ahnen können, dass es sich immer noch so anfühlt wie der erste Sonnenschein nach einem viel zu langen Winter. Und wer hätte ahnen können, dass ich immer noch denke.

(Wenn ich ihn in die Finger kriege, kratze ich ihm die Augen aus.)

Montag, 16. Februar 2026

schnitt. stellen.

I. and it feels like
finally she came to me
to whisper in my ear
don't stay here

II. der song ist zu lang um kaffee zu kochen. aber er hat die perfekte länge um ihn direkt in meine blutbahnen zu injizieren. mir ist kalt. wieder so kalt wie in jenem herbst.

III. ich bin kein unbeschriebenes blatt. aber müsste ich's nochmal machen, würde ich dir ein solches mit der post schicken. so hätten wir uns wenigstens - endlich einmal - ähnlich viel zu sagen. und ich würde gewinnen, dann. denn dass ich lauter, leiser, und schöner schweigen kann als du, wissen doch schon längst alle.

IV. french press on a pedestal / two scoops haven't worked for too long (a tale of golden keys - something political) x ja und dann bin da ich, und ich weiß nicht, ob die anderen zeilen auch zutreffen auf mich. weiß ich, wie ich mich fühle? und wie viel zeit hat sie sich genommen für die entscheidung(en), teil meiner vergangenheit zu bleiben?

V. das hätte absehbar sein müssen, denke ich mir. sie war immer schon. viel zu Perfekt. 

VI. ich will nicht weiter irgendwelchen bipolar veranlagten zeitströmen folgen, lieber sitze ich hier und atme, mit mir selbst. versuche, mir einzureden, ich könnte ihr entkommen. doch dazu müsst' ich meinen glauben ändern. kann ich nicht, ist viel zu schön so. wer fühlt sich nicht gerne bedroht von der unendlichkeit der dinge.

VII. was.

VIII. tue ich denn hier? ich tue das selbe wie früher, nicht? die anfänge mit römischen zahlen zu versehen ändert doch gar nichts, wenn das ende gleich bleibt. this is not goodbye.

(und so traf "aufgegeben III" zuerst "how did i get up anyhow" und ist dann drei jahre durch die zeit gereist. hat meinen verstand da mal kurz abgeholt; macht gar nichts mehr aus, dass ich aktuell fieber habe und auf zu viel und zu wenig kaffee gleichzeitig bin. geisteskrankheit. braucht keine resonanz. und wenn ich's am ende doch bereuen sollte, habe ich hoffentlich längst schon vergessen, wie weh es einmal tat.)

Sonntag, 15. Februar 2026

aufgegeben II

 Echt jetzt?

Samstag, 14. Februar 2026

3274&C

Montag, 19. Mai 2025
Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag diese Bruchstücke aus mir heraus schreiben, dann könnte ich sie zusammen puzzeln und mein Trauma irgendwo hinstellen, ins Regal vielleicht; auf jeden Fall hätte es dann keine so scharfen Kanten mehr und würde mir nicht mehr so weh tun. Ich schätze nicht, dass es schön aussehen würde, wahrscheinlich wäre das Regal gar kein so guter Platz, aber es darf in keiner Schublade mehr verschwinden. Ich müsste es wahrscheinlich ansehen, in all seiner Hässlichkeit, bis ich hinsehen kann, ohne mir die Lunge aus dem Leib schreien zu wollen, und dann könnte ich es irgendwo zur Ruhe betten; vielleicht könnte ich es dann doch in der Schublade vergessen, zwischen Teelichtern und, ich weiß nicht, Büroklammern? Es könnte dort friedlich ruhen, und würde mir gar nicht übel nehmen, dass ich es vor fünf Zeilen erst „hässlich“ genannt habe. Ich meine das gar nicht böse, aber wie soll ich Gewalt in etwas Schönes verwandeln, in etwas, das man sich gerne ins Regal stellt?

Mein Trauma ist: ein wenig stachelig, so wie eine Kastanie, sodass man nicht genau weiß, wie man es anfassen soll, ohne sich in die Finger zu stechen. Es ist zu groß für die Hosentasche, und zu schwer für eine Handtasche, wenn man es mitnehmen möchte, braucht man einen Rucksack. Es hat in etwa die Farbe von einem Pfirsich, aber das ist nur die Schale; im Inneren ist es ganz schwarz, und wenn man es schneidet, hört es nie wieder auf zu bluten.

Es gibt keinen Lichtschalter. Das verdammte Licht kriecht durch die Augen bis ins Gehirn und brennt dort durch sämtliche Synapsen, bis man nichts mehr sehen kann außer Hände, die etwas berühren, was nicht berührt werden sollte. Wenn man es zu lange festhält, wird es ein wenig klebrig, und wenn das Flecken auf der Kleidung hinterlassen sollte, falls man nicht aufpasst, ist die ruiniert, weil es nie wieder rausgeht. Man braucht viel zu lange, um es von den Fingern zu waschen, Seife hilft nicht, man muss daran schrubben, bis die Haut fast blutig ist. Es ist völlig geruchsneutral; es riecht kein bisschen nach seinem After-Shave, wo kämen wir denn da hin. Es ist Freitag, und es saß zu lange im Zug – nein, das bin ich. Es gibt keinen Ton von sich, es darf nicht schreien, auch wenn man ihm Schaden zufügt – nein, das bin auch ich. Wie viel von meinem Trauma bin ich?

Samstag, 14. Februar 2026
Es existieren noch 3274 Worte, die ich geschrieben habe, bevor ich mein Trauma mit einer Kastanie verglichen habe. 3274, weil ich Gewalt nicht länger in Schweigen hülle, aber im Internet veröffentlichen kann ich die nicht, es gibt schließlich Grenzen. Ich kenne meine sehr gut - ich muss sie überschreiten, weil sie überschritten worden sind. 

Dann kam der Tag, an dem die Fische starben. Und ich meinen Therapeuten habe teilhaben lassen. Ich hab das Buch gelesen, die Worte gefunden, mich in Brombeeren gekleidet und in Würde, und dann bin ich doch wieder weg gelaufen, weil ich mich meinen Gefühlen nicht stellen konnte. Weil ich nicht wusste, wie; weil ich es immer noch nicht weiß, weil ich nicht sagen kann, wie viel Würde es braucht, um Ohnmacht in Macht zu verwandeln. 

Aber ich muss doch. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, mich zu retten. 

Ich weiß nicht, wie viel davon ich ins Internet schreiben werde, oder warum ich das hier überhaupt tue: Blogger ist nicht der passende Ort, um gehört zu werden. Und will ich das denn überhaupt. Doch Buchstaben zu Worten zusammenzufügen, ist das einzige das ich mit Sicherheit kann. Also tue ich es. 

Mittwoch, 4. Februar 2026

geisterliebe

I. die asche hörte damit auf, meinen namen zu flüstern, nachdem ich ein machtwort gesprochen hatte. nachdem ich realisiert hatte: die brücke zurück in die vergangenheit brennt zwar lichterloh - aber was ist, wenn das nicht mehr die richtung ist, in die ich gehe? 

II. es ist kalt. seit dem zeitpunkt, an dem ich mich abgewandt habe; seit ich den gefühlen ein ansehnliches gewand geschneidert habe, so dass sie nicht mehr länger wirken wie groteske gestalten, die sich nicht in die öffentlichkeit wagen dürfen. 

aber ihre gefühle dürfen nicht existieren auf papier. das würde schließlich spuren hinterlassen. und das darf es doch nicht; wir lieben wie geister. 

und weil ich das doch weiß, habe ich mir ein zeitfenster gesetzt. jetzt warte ich nicht mehr. (ich warte nicht mehr. aber ich warte auch nicht weniger.)

ich kann nicht anders.

ich sitze hier wartend; darauf, dass meine geisterliebe einen weg findet, diese mauern zu überwinden. die in ihrem kopf meine ich, und die um ihren hübschen kopf herum auch. 

III. meine gefühle sind wohl wahrhaft schlechte geister, was? die können nicht so mir nichts, dir nichts, locker-flockig durch diese wände schweben. 

dabei müsste sie nur das wort sagen. dann könnte ich sie sogar mitnehmen in mein neues leben. dann könnte sie mir sagen, ich solle weniger arbeiten, weniger kaffee trinken und meinem therapeuten nicht so viel von ihr erzählen.

IV. tja. aber, aber, aber.

aber ich muss doch.

also geht's genauso weiter. nur dass ich nicht mehr sterbe, wenn ich in den briefkasten schaue. 

V. ich sterbe nicht mehr, wenn ich in den briefkasten schaue. 

aber ich sterbe auch nicht weniger.

Donnerstag, 15. Januar 2026

LLUVIA

Warum ich sie auf ein Podest gestellt habe? Weil sie es weiß Gott verdient hatte. "Sie schwebt über allem; für eine Stunde könnte sie Gott sein. Nur müsste dazu zuerst jemand an sie glauben." So habe ich sie mal in ein Gedicht geschrieben. In einer Geschichte steckt sie jetzt auch, und so pflanze ich sie in die Köpfe der anderen - als ein machthungriges, selbstsüchtiges Wesen. Und mich - und das ist noch viel schlimmer - mich verewige ich als einen Verlust, den sie nicht verkraften konnte. (Charakterentwicklung durch totes Regenmädchen Klischee. In der nächsten Szene isst sie dann einen Apfel. Einen von den grünen.) So wird sie unsterblich, und mit nicht wenig Genugtuung denke ich daran, dass Unsterblichkeit wahrscheinlich das Schlimmste wäre, das ihr passieren könnte. Noch schlimmer: Unsterblichkeit als eine
Art... Superschurkin, wenn ich das mal so sagen darf. Mit meinen Worten, die ich ja eigentlich nicht habe. Aber sie sieht so schön aus da oben, denke ich. Sie hat genau das verdient.

Donnerstag, 8. Januar 2026

aufgegeben.

 Ich habe Cheza heute einen Brief geschrieben.