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Montag, 17. August 2026

Nimmersatt

Indigo - Arcane Roots
Broken - The Haunted Youth
Rescue Me - Thirty Seconds To Mars
Rain - Sleep Token
It's All So Incredibly Loud - Glass Animals
Au Revoir - One Republic
More Than You Know - Axwell /\ Ingrosso
Exoskeleton - VANT

Wir haben nie wieder über das Buch gesprochen. Weil ich den Teil so gerne vergessen wollte. Und vielleicht kann man die Entscheidung rückgängig machen - ganz gewiss kann man das, aber das heißt nicht, dass ich auch meine Gefühle ungefühlt machen kann. Miserabel habe ich mich gefühlt. Und dann dachte ich, dass das wieder in Ordnung kommt. Und jetzt?

Ich hänge an Dir. Aber ich häng' an nem seidenen Faden. Mit Händen, geschickt genug, sich nen Strick draus zu drehen. Aber das realisierst Du auch nicht. Wie auch. Du realisierst ja auch nicht, wen Du da eigentlich an Deiner Seite hast. Oder es ist Dir schlichtweg egal? Oder. Soll das so sein? Wasauchimmer: es frisst meine Energie wie eine nimmersatte Raupe. Könnten wir aufhören, bitte? Vielleicht kriegen wir's nicht ungefühlt, aber für den Anfang trennen wir die Seite mit den Songs einfach raus, und wenn wir dann auch noch mein Herz flicken, damit es nicht mehr so viele Löcher hat, musst Du niemals wieder zuhören. Oder ist es das, was noch helfen kann an diesem Punkt: Worte? Ich weiß es nicht. Denn was weiß ich schon?

Mittwoch, 5. August 2026

devise: kleinholz

I. ich hab ein halbes jahr - gegeben, ohne zu zögern; ich meine, ich habe gewartet, und erstmal gar nichts beurteilt, weil sie das weiß gott verdient hatte nachdem da so viel eingestürzt ist, aber statt das zu reparieren, wird das andere stuhlbein auch noch angesägt, und an dem punkt dachte ich mir so, mit all der eloquenz, die ich aufbringen konnte: hä?

im märz hab ich der gesamtsituation dann ein gewand geschneidert aus euphemismen, aber hätte, hätte, hätte - ich das mal so dargestellt, wie's wirklich war, nämlich belastend, dann - ach komm, was soll das, glaubt doch keiner ernsthaft, dass das einen unterschied gemacht hätte. also hab ich die frist in die verlängerung geschickt. weil ich an etwas geglaubt habe.

besser: weil ich an jemanden geglaubt habe. tja, und dieser jemand hat jetzt nen beil in der hand, also, so rein gefühlsmäßig, und zertrümmert damit fröhlich den, ich weiß nicht, esstisch. es wird sich nicht mehr zufrieden gegeben mit stuhlbein-gesäge. ähm, ich dachte, wir wären gerade dabei, etwas aufzubauen? hab ich da was falsch verstanden? warum genau wird unser mobiliar gerade zu kleinholz zertrümmert? von d i r? was? soll? das?

kann ich dich nicht fragen, fck, weil du beschäftigt bist mit: keine zeit haben, für mich. ja, und nun. muss ich vielleicht langsam mal beurteilen. ob der zeitpunkt gekommen ist, meine zelte abzubrechen. 

II. ich schreib das. als würde ich die antwort nicht schon kennen. 

III. aber schreiben kann man viel. und gedanken mache ich mir noch mehr. bloß ist das nicht mein kopf, der die entscheidung trifft - der hat absolut kein mitspracherecht, zumindest nicht in diesem fall. mein herz entscheidet. sich zur not auch für ruinen.

Dienstag, 14. Juli 2026

brücke, schwarz/weiß

"Regen ist sanft" sagst Du, und sanft schaust Du mich an, und ich weiß, ich könnte Dir jedes Geheimnis der Welt offenbaren, und mich in sämtlichen Farben zeichnen, Du würdest mich immer erkennen. Ich brauche Dich. Ohne Dich finde ich mich nicht zurecht in dem hier: muss wohl mein Leben sein, aber viel öfter kommt es mir vor wie ein Theaterstück, für das ich den Text nicht gelernt habe, oder eine Veranstaltung in einem Zirkus - die gerade aus dem Ruder läuft, aber ganz gewaltig. Aber nicht jetzt, nicht hier. Nicht mit Dir: Du fragst mich, wie spät es gerade ist - Du trägst keine Armbanduhr, und Dein Handy liegt auf dem Küchentisch, so wie immer - weil Du wissen willst, ob die Zeit reicht, um noch eine zu rauchen. Ich sehe zu, wie Du Deine Zigarette aus einem silbernen Etui holst, und genieße es, einfach einen Moment länger neben Dir sitzen zu können, und nichts zu tun. Du bist die Brücke.

Ich zeichne sie in schwarz/weiß, zu Anfang, weil ich keine anderen Farben auf meiner Palette habe. Und Du sagst zwar immer, dass Du schlecht in Kunst bist, aber ich lerne trotzdem dann von Dir, was Gelb ist, und wie ich damit die Sonne malen kann. Der Rest des Himmels bleibt Grün; manches in meinem Universum ist unabänderlich.

So wie: steh ich im Scheinwerferlicht, nimmst Du mich zur Seite, kurz bevor das Auto mich erwischen kann. Du hältst mich auch nicht für dumm, weil ich nicht wusste, dass man nicht mitten auf der Straße steht. Sondern Du zeigst mir, wo ich mich stattdessen hinstellen kann, das nächste Mal. Dauert vielleicht eine Weile, bis ich kapiere, aber Du bist seltsam geduldig, auch wenn ich Dich mal wieder am Telefon voll heule. Dauert eine Weile, bis ich kapiere: Du möchtest nicht, dass ich als ein Stück plattgefahrenes Etwas auf dem Asphalt ende, und so nach fünf Jahren habe ich auch endlich aufgehört mich zu fragen Warum. 

Warum ich jetzt das Gefühl habe, ich würde Dich verlieren, möchte ich bloß wissen. Sag mir, wenn die Brücke einstürzt, bitte? Damit ich mich in Sicherheit bringen kann, vorher. Damit ich den Ort finden kann, der vielleicht nicht existiert: ohne Dich. 

Sonntag, 12. Juli 2026

zu spät für kirschen

ich hab ihr eine postkarte geschrieben, wieder, und ihr ein buch zum geburtstag geschenkt, das erste mal. ich würde ihr auch kirschen kaufen - sie liebt kirschen - dienstag vormittags, auf dem markt, wäre sie nicht in den urlaub gefahren. wenn sie zurück kommt, hat ihre liebste kirschensorte nicht mehr saison. dann müsste ich august-kirschen kaufen, und das, wo sie die mitte-juli-kirschen doch viel lieber mag. ob k e i n e kirschen dann besser wären als august-kirschen? ich weiß nicht genau. weiß nur, dass mein herz bisschen dumm ist. stehe unten vor dem fahrstuhl, als sie rein kommt, mache nen schritt auf sie zu, so als würde ich - was? sie nimmt mich in den arm, dann, als sei das die antwort auf meine frage, und ich bin verwirrt; hab mich verplappert. scheiße, dabei reden wir gar nicht mehr. sie hat keine zeit. das ist das einzige, das sie mir gerade sagt. ich nehm's persönlich, so als könnte sie, wenn sie wollte - ich weiß es doch einfach nicht besser. woher denn auch, wenn nicht von ihr.

also führe ich selbstgespräche; nein: lüge mir dann selbst ins gesicht - nein, auch nicht. mein verstand, ja, der soll meinem herz mal mitteilen, dass das nur eine ausnahmesituation ist, und keinesfalls das ende. das bleibt nicht für immer so. (natürlich nicht, meint der klumpen in meiner brust so, und ich schlag ihm auf die finger, sonst würde er zum skalpell greifen, um sie aus mir heraus zu schneiden.) mein herz hat taube ohren.* und sie hat keine zeit. sie kommt zu spät zurück für kirschen. und ich, ich hoffe: ich hab's dann verlernt. verlernt, sie zu brauchen. 

*mir ist, als hätte ich den satz schon mal gehört, irgendwo? der kam mir gerade so in den kopf, aber kommt mir seltsam bekannt vor. ich hoffe, ich hab den nicht geklaut, von jemandem. sorry, falls dem so sein sollte. ich weiß es gerade nicht besser. 

Donnerstag, 4. Dezember 2025

// gray while blue //

6 Stunden bis zu einem Feld voller Sterne. Dann findet zusammen, was zusammen gehört.

Punkt.

Oder - Fragezeichen?

Oder: ein Schneeball, der eine Lawine auslöst, bis mir einfällt, dass sie das genauso gesagt hat. "Du gehörst hierher. Und du gehörst zu mir."

(Deswegen bleibe ich, auch als die Welt anfängt, in Flammen aufzugehen. Und ich sage ihr nichts davon, weil ich doch versprochen habe [dem Ganzen] eine Chance zu geben. Und weil ich glaube, dass sie [daran] glaubt. (Erst sind es nur kleine Feuer, und dann brennt's lichterloh. "This is fine" sage ich, wenn sie mich danach fragt.))

Aber nichts war fine. Und jedes Zimmer brannte.

Und dann zerfiel das Haus zu Trümmern, während ich noch drin saß, an einem Donnerstag. 

Problematisch? Durchaus. Aber nicht so, wie man meinen könnte. Durchaus problematisch: in seiner Bedeutung für u n s. 

Looks like we're locked inside the darkness
They want us to be numb
The vultures are just behind
So don't stop 'til we get to the sun
We've got a long way to run

Wohin denn laufen - wie denn laufen, wenn die Trümmer, die sich da auftürmen, so hoch wie der gottverdammte Mount Everest erscheinen. 

Irgendwie, indem man einen Fuß vor den anderen setzt. (Und nachfragt. Nach einem kleinen mentalen Zusammenbruch, am Samstag, in der Badewanne.) Und nachfragt. An einem Sonntag, als ich schon wieder am Bahnhof stehe. 

Kurskorrektur? Rückwärtsgang einlegen; schlimmer noch? "Machen wir das mal wieder?" Weiß ich ja nicht genau. Weiß ich doch alles nicht genau, ich mache das hier zum ersten Mal. (Sie sagt Ja. Sie macht das auch zum ersten Mal. Aber sie zweifelt nicht so sehr daran. An mir, meine ich. Sie zweifelt gar nicht an mir; an uns. Ein Wort dafür findet sie allerdings auch nicht.)

(Vielleicht brauche ich auch keins mehr. Kätzchen hat das schon vor Wochen festgestellt: spielt doch eigentlich keine Rolle. Solange du dich damit gut fühlst.)

"Gut" würde ich nicht wählen, um diesen Zustand zu beschreiben. Das ist nicht ausreichend.

Don't stop 'til we get to the sun
Starset - Sway

Sonntag, 23. November 2025

solstice

Irgendwann im Oktober

In ihrem Garten habe ich uns gesehen, in einem Goldenen Herbst. Nun wird es November werden. Erst missfällt mir der Gedanke. Sterbende Gärten sind sterbender Liebe vorbehalten, denke ich, während ich erst Pumpkin Spiced Oat Drink in meine Kaffeetasse schütte, und dann Karamellsirup. Aber eigentlich spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Nichts sonst spielt mehr eine Rolle, wenn wir im November endlich Wirklichkeit werden.

Wenn das Warten endlich ein Ende hat. Wenn -


Irgendwann im November

Bloß ist es nicht "irgendwann" - sondern ziemlich genau 5 Tage, bevor meine Füße mich schlussendlich doch über ihre Türschwelle tragen werden. Ich traue mich noch gar nicht, mich darüber (zu sehr) zu freuen, weil ich Angst habe, dass es dann nicht mehr Wirklichkeit wird. 

Das kann doch nicht Wirklichkeit werden?

Doch. (Und dann ist es seltsam, und komisch, und ich wünschte mich zurück in die große Stadt.)

Oder: doch; ohne Einschränkungen. Und was würde das dann bedeuten?


Irgendwann // Immer

Don't let me let the dark take over
Starset - Solstice

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Are you there?

Yes.

Könnte man meinen. Sollte man meinen, verdammt. Das hat sie mir versprochen. Und jetzt klebe ich Idiot seit drei Tagen an meinem Handy fest, als sei ich Gen Z. Bin ich aber nicht. Es sei denn, dieses Z steht für: ziemlich unzufrieden mit dem Verlauf der letzten Monate - da, ich hab's in Ordnung gebracht.

Ich habe es so satt, meine Zeit mit dem klassischen Warten zu verbringen. Ich möchte nicht mehr; ich möchte, dass auf Worte nun vielleicht auch mal Taten folgen, bitte danke. 

Ich möchte auch nicht, dass ich ständig nachfragen muss - ich muss doch klingen, als hätte die Platte nen Sprung. 

Hat sie nie gestört, all diese Sprünge, in meiner Persönlichkeit, meine ich; die hab ich mir selbst attestiert. Und dann sieht sie mich gar nicht als Trümmerhaufen. (Sie sieht mich gar nicht mehr. Ha. Haha. Hahaha.)

Ja, ich kann mich gut daran gewöhnen, danke der Nachfrage. Ich könnte mich sicherlich auch sehr gut daran gewöhnen, würde mir plötzlich ein Bein fehlen.

(Oh, ups. Das hab ich im letzten Post schon erwähnt. Dass ich mich fühle, als würde mir ein Körperteil fehlen. Macht nichts. Oder?)

Ja, dann lass mich doch auch Teil Deines Lebens sein, wenn Du da seltsamerweise irgendwie Gefallen dran gefunden hast? Dafür müsstest Du aber ein bisschen mehr tun als: gar nichts. 

Dass ich erstmal nen halben Nervenzusammenbruch hatte, bevor ich überhaupt den Stift auf das verdammte Papier setzen konnte, weiß natürlich auch wieder niemand. (Außer Kätzchen. Und mein Therapeut. Also: niemand +2.) (Weil: auf Postkarte folgt WhatsApp Nachricht folgt Telefonat folgt WhatsApp Nachricht folgt Telefonat folgt Postkarte.)

Und ich weiß nicht mehr so genau, worauf ich warte. 

Warte ich auf sie. Oder auf das Ende. Und das, obwohl es keinen Anfang gab.

I hear you
I feel you
I know you
Are you there?
Weather Systems - Are you there? Part 2

Sonntag, 20. Juli 2025

dead letters: postcard from 1952

R., ich vermisse Dich. Und ich war darauf vorbereitet, Dich zu vermissen. Aber nicht so. Mir war nicht klar, dass es sich so anfühlt, als würde mir ein Körperteil fehlen, wenn Du mir fehlst. (Immer hast Du mir gefehlt, auch wenn Du bloß in der Küche gesessen hast, ein paar Meter nur von mir entfernt. Immer hast Du mir gefehlt, wenn wir uns nicht gerade im selben Raum aufgehalten haben, weil es schöner ist mit Dir.) Und jetzt ist alles anders. Weil wir nicht nur ein paar Meter voneinander entfernt sind, oder ein paar Kilometer, sondern hunderte; hunderte Kilometer sind wir voneinander entfernt, ich hab fast vier Wochen lang kein einziges Wort gehört von Dir, bis auf ein paar Sätze auf einer Postkarte, und ich weiß nicht, ob ich Dir auch schreiben soll, oder besser nicht, weil Du ja Abstand möchtest. Und das tut weh - all diese Einzelteile tun weh, und zusammen tut's noch viel mehr weh.

Zwar sind da Sätze auf einer Postkarte - also, da sind Sätze, aber hat es denn ausgerechnet eine Postkarte sein müssen? (Ich hab ein schwieriges Verhältnis zu Postkarten. Eine Postkarte hat mein Leben gerettet. Eine Postkarte hat mir gezeigt, dass ich nicht genug für sie bin. Und dass ich nie genug sein werde, auch nicht in meinem Leben 2.0 - Postkarten sind das Symbol für Ambivalenz schlecht hin. Wenn ich mal Lust habe, ausgiebig zu weinen, lese ich mir Postkarten durch. Dann kann ich so richtig schön meiner Vergangenheit nachtrauern. Und jetzt stellt eine Postkarte mir Zukunft in Aussicht? Am. Bi. Va. Lenz.)

Sogar die beiden Postkarten-Songs, die ich kenne, könnten nicht gegensätzlicher sein. Hier ist einer davon. (Der andere: Zebrahead - Postcards From Hell. Der Vollständigkeit halber.)


Jetzt zum Inhalt, was? Oder zu Füßen, in Türen? Mal wieder? Dein Fuß, in meiner Tür, und ich wünschte, ich könnte so fest zu ziehen, weil es gefährlich ist, Dich zu brauchen; weil es gefährlich ist, überhaupt eine andere Person zu brauchen. (Aber. Mich alleine zu lassen mit mir selbst ist auch gefährlich; ich brauche Dich: es ist nicht nur schöner mit Dir, sondern auch einfacher. Manchmal komme ich mir selbstsüchtig vor. Und dann lese ich sowas.)

"Ich bin froh, dass Du Teil meines Lebens bist." Hä? Was?? Wie??? Das muss ein Tippfehler sein. Ich meine, ein Rechtschreibfehler. Ich meine: ein Fehler in der Grammatik, falsche Zeitform gewählt. "Ich bin froh, dass Du Teil meines Lebens warst" klingt viel passender; jetzt hättest Du doch die einmalige Chance, mich loszuwerden. "Ich bin froh, dass Du kein Teil meines Lebens mehr bist." (Okay, das ist zu krass, selbst für meine Verhältnisse. "Sie können sich nicht vorstellen, dass andere Personen sich für Sie interessieren" meinte mein Therapeut letztens zu mir, und damit hat er ganz Recht. Und nun ist das hier mehr als nur: Interesse.)

Aber: was zum Teufel ist das hier denn? Also, ich könnte jetzt vier Jahre Revue passieren lassen und daraus Schlussfolgerungen ziehen. Ich könnte es auch runterbrechen auf das eine Wort, das mein Therapeut dafür verwendet hat - oder besser noch auf das Wort, das sie dafür verwendet hat: Seelenverwandte, aber ich weiß nicht mehr, was das bedeutet; meine Vorstellung davon liegt in Scherben. Ich weiß nicht, ob Du eine Ahnung davon hast. Eigentlich spielt das auch keine Rolle. Du hast auf jeden Fall Worte dafür gefunden; Worte mit denen ich nicht so sehr auf Kriegsfuß stehe wie mit denen auf Deiner Karte. 

Doch immer noch hänge ich zwischen den Zeilen jetzt. 

Zwischen den Kapiteln; unseren Kapiteln. In diesem jetzt geht es um mich ganz alleine, und der Inhalt überfordert mich. Das Leben überfordert mich. Ich hab's schon reduziert auf: Existenz und selbst das erscheint mir ein Ding der Unmöglichkeit manchmal. Fühlt sich nicht gut an, Kollateralschaden zu sein, denn mehr ist Dein Abstand brauchen im Grunde ja nicht. Du brauchst keinen Abstand von m i r. Nur von etwas, dessen Teil ich nun einmal bin. (Und bleiben werde. Mit Montag, und allem was zu ihm gehört.) Fühlt sich nicht gut an, dieses schlechte Gewissen, weil ich etwas bekomme, das [Name] verwehrt bleibt. Fühlt sich nicht gut an, diese Distanz, und dieses Schweigen, und das Nicht-Wissen. Manchmal weiß ich nicht mal mehr, was ich denn nun eigentlich will, von Dir. Das geht dann nicht konform mit meinen Wünschen - dass ich vielleicht auch etwas Abstand vertragen könnte, nur um mir zu beweisen, dass ich von Dir nicht so schrecklich abhängig bin. Natürlich könnte ich das auch alleine.

Wenn man alles richtig macht, braucht man den Wendepunkt schließlich nur ein Mal -

Sonntag, 13. Juli 2025

Missing Limbs

Oh but worry not
The blessings rain on battles in the heaven's arms
And my polite advances won't last for long
The eager apprehension is wearing off

I'd give anything
To balance your conviction with certainty
To fall asleep without you lying next to me
To sever my connection with everything

'Cause it still makes my blood run cold
To remember what I did before
The stories that you never told to me

And it still makes my blood run thin
To remember what you are to him
And I'll live like I've got missing limbs for you

Sleep Token - Missing Limbs

Mittwoch, 25. Juni 2025

life is but a spiral // spinning round i get to you

Falling in a circle
I can't promise, but I do
Life is but a spiral
Spinning round, I get to you

And by the low tide
I feel our walls are falling
They're crumbling down to the ground
Since we've been stalling

Stop this high tide, because I think I'm drowning
I never learned to swim, I swear my death is coming

Es ist lediglich der Preis, den ich zahle, für mein Alles, versuche ich mir zu sagen. Es ist bloß der Preis; die Tränen und das Warten, und dass sie mir -

Und dass das Vermissen mir die Kehle zuschnürt. 

Es ist lediglich der Preis, dass ich hier hänge, zwischen den Zeilen, nachdem das letzte Kapitel beendet ist, und das Neue noch nicht begonnen hat. 

Ich kann noch weiter warten; auf jeden Fall kann ich das. Im Warten bin ich Experte, das habe ich perfektioniert, in jahrelanger Übung. (Fast. Perfektioniert. Ich hab noch nicht ganz herausgefunden, wie man nichts von seinem Verstand dabei einbüßt.) 

Vielleicht kann ich das inzwischen besser? Weil ich mittlerweile dazu gelernt habe. 

Aber ich habe auch gelernt, dass Menschen ihre Versprechen brechen.

Vielleicht, vielleicht, vielleicht, schien es deswegen für sie fast eine Selbstverständlichkeit zu sein. Wir sehen uns sagt sie, und dann bleibe ich stehen. I c h gehe nicht. Ich schaue zu, wie sie ins Auto steigt. Und dann erst schwimme ich davon. 

(Montag an meiner Seite, der für das ganze Schlamassel irgendwie verantwortlich ist. Aber Montag ist mir nicht gewachsen. Er wird schon sehen.

Ich werde schon sehen. Richtig? In meinem nächsten Kapitel; es wird unser nächstes Kapitel sein. Weil wir uns jetzt loslösen können, und gesellschaftliche Konventionen unserem Uns nicht mehr im Weg stehen.)

Aber erst braucht sie ein bisschen Abstand, sagt sie, und ich habe Angst, dass sie ihre Meinung ändert. Falls sie mich loswerden möchte, hat Montag ihr den passenden Zeitpunkt auf einem Silbertablett serviert. 

Sie hat mich ja aber auch nicht loswerden wollen die letzten vier Jahre, richtig? Und ich warte schon so viel länger. Ich kann noch ein bisschen länger warten; es ist lediglich der Preis, den ich zahle. Für sie; für mein Alles.

Digging our way out the sorrow
Finding our way back tomorrow
Discovering something inside of you I've wanted so long
Auger - My Death

Dienstag, 11. März 2025

bis die sterne verglühen

bin in der lage dazu, einen witz zu machen über die absolut schlimmste situation; ich mache nen witz darüber und möchte am liebsten die hand in den topf halten, in dem gerade meine nudeln kochen. ich mach nen gottverdammten witz darüber, wieder mal, und die worte, die ich eigentlich sagen möchte, ersticken in meiner kehle. ich kann es auch nicht aufschreiben. ich kann es nicht. nichts davon. 

ich werde es versuchen, okay?, ich weiß, ich muss, und ich versuche mir einzureden, dass ich am ende ja auch was davon habe, hat sie so gesagt, ich muss es nur glauben. aber wie soll ich. das darf ja schon wieder gar nicht so sein. "ich kann mir nicht vorstellen, dass wir voneinander getrennt sind, du und ich" sagt sie, aber was zur hölle tut sie denn da eigentlich gerade, wenn nicht uns voneinander trennen. und ja sagen, und vielleicht sogar ja meinen, aber weil ich nichts und niemandem auf dieser welt vertrauen kann, werde ich es erst glauben, wenn ich es auch sehen kann. 

ich will es doch bloß sehen, ein einziges mal würde schon reichen, denke ich mir; ich will gehen, wohin vor mir keine*r ging, ich will dahin gehen, mit niemandem an meiner seite. (auch wenn ich dürfte. mit kätzchen. aber wie zum teufel sollte ich das erklären. wie erkläre ich jemandem, was wir da tun, ich weiß es doch selbst nicht so genau. ich weiß nur, dass wir es tun.)

i don't know what to say 
but i'm gonna want you 'til the stars evaporate
we're only here for just a moment in the light
one day it shines for us, the next we're in the night
so say the word and i'll be running back to find you
starset - starlight

Dienstag, 21. Januar 2025

// save me if i become my demons //

14.03.2024

I. "Du gehörst hierher" sagt sie. "Und du gehörst zu mir."

II. Take me high and I'll sing
You make everything okay 
We are one and the same
You take all of the pain away
Save my if I become my demons
Starset - My Demons

III. J e t z t realisiere ich: es geht gar nicht darum, die nächsten beiden Wochen irgendwie zu "überbrücken" - es geht nicht um Tage, Wochen, Monate; sie ist da, und sie bleibt, die ganzen verdammten nächsten Jahre. Wir haben kein Ablaufdatum; es ist nicht schon der Punkt festgelegt, in dem es in ihrem Leben keinen Platz mehr für mich geben wird. (Eventuell ist diese Vorstellung ein klein wenig viel zu viel, um sie auf Anhieb zu verarbeiten. Ich wollte auch gar nicht so viele Worte darüber verlieren. Ich d a r f auch gar nicht so viele Worte darüber verlieren, aus Angst davor, dass es dann nicht mehr wahr wird. 

Jetzt

Waren das alles nur leere Worte? Das hier verschriftlicht zu haben vor fast einem Jahr ist nun nur noch ein weiterer Stich in mein verdammtes Herz. Ja, sie macht, dass a l l e s wieder in Ordnung kommt. Dachte ich. Aber was will sie tun gegen diesen Schmerz? Drei Jahre lang hatte sie die Lösung für all die Probleme, mit denen ich zu ihr gekommen bin. Aber wie will sie dieses lösen? Ich kann jetzt gar nicht darauf vertrauen; Hoffnung ist wie Gift.

Und die Situation hat so schreckliche Parallelen zu 2019, erinnert mich an dieses Ausgeliefertsein. Sie sitzt am längeren Hebel, das war ja natürlich von Anfang an klar. Dann sind die Grenzen doch aber so schnell so wenig spürbar gewesen, dass ich mir fast mal wieder eingebildet habe, ich hätte eine Chance. Und alles, was sie getan hat, war: literweise Öl ins Feuer zu gießen. Ich. Gehöre. Zu. Ihr????? Nein; wie sollte das denn aussehen? Das darf doch wieder nicht ans Tageslicht dringen, das m a c h t man doch nicht. (Denkt der Teil von mir, der gerade einen moralischen Anfall hat. Wenn ich es dabei nur belassen könnte; aber ihre Worte tun so schrecklich weh, dass. (Und ich möchte mit ihr darüber reden. Aber ich möchte nicht, dass sie das weiß. Und ich möchte mit ihr nicht darüber reden. Aber ich möchte, dass sie das weiß. (Ist das nicht auch aus irgendeinem Song?))

Ja, dass. Keine weitere Erläuterung an dieser Stelle. Jede*r von euch kennt Schmerz, nehme ich an, und ich möchte meinen gerade nicht in Worte fassen. Das gehört an eine andere Stelle.)

Freitag, 24. Mai 2024

after some good days / you will see / the end / from here

auf dem weg zur arbeit; point of no return läuft zum dritten, vierten, fünften mal. höre die worte i won't turn around wieder und wieder, fast wie eine beschwörung, und kann es doch nicht glauben. ich drehe mich um, jeden verdammten tag; vor lauter über-die-schulter-gucken schmerzt mein nacken, aber nicht so sehr wie mein herz. nie so sehr wie mein herz. der satz "wenn der preis für meine freiheit ist, dich zurückzulassen, dann ist das wohl sogar das beste" ist vor mittlerweile über einem jahr auf das papier geflossen, und von freiheit keine spur. in meiner welt aus asche hinterlässt niemand eine spur. ich weiß nicht, wie ich es erlauben soll; kenne nur narben. "ich bin eine katastrophe" meine ich zu rell, weil ich mich nicht traue ihr zu sagen, dass mein kopf mich tot sehen möchte, wieder, und dann kann ich über eine stunde lang nicht aufhören zu weinen. my demons läuft zum sechsten, siebten, achten mal, während ich meine einzelteile aufsammle und notdürftig zusammensetze; ich habe lediglich die form von mir, der rest - das innen - ist ein chaos. und bleibt ein chaos. ich kann mich nur zuhause zusammen setzen, so scheint es mir, und kann doch nie wieder an diesen ort gehen. "meine kleine, wir sehen uns am montag" trägt mich durch die tage; mal sehen, bis an welchen punkt.

Donnerstag, 29. Februar 2024

nur eine haaresbreite

schnell, wirf einen tarnumhang darüber,
niemand darf uns es sehen
das alte spiel, mit neuen regeln,
nur eins bleibt immer gleich:
niemand, niemand darf -
ich darf nicht, du darfst nicht,
wir dürfen nicht, wir -
und ihr dürft -
nein, leise,
(wie sanfter regen, der fingergleich an fenster klopft)
sprich nicht davon,
denk. nicht. daran -
(an türen statt an fenster klopfen, aber nun nicht länger,
und könnt's ein synonym sein, würd's vielleicht klappen dieses mal,
doch ist mein name nur ein anagramm von f a s t,
und du hast keine zauberkräfte, keinen tarnumhang,
und so steh'n wir da, und ich kann alles schreien hören,
also stimme ich mit ein; stumm schreie ich mir die lunge aus dem leib -
hier, sieh nur, dies ist für dich.
nimm sie, mein herz, ich kann es nicht schenken)

[dieser text hat - aus einem mir völlig unbekannten grund (wahrscheinlich mein momentaner alkoholpegel, haha) - einen ziemlichen rattenschwanz nach sich gezogen, den ich in einem separaten beitrag veröffentlichen werde. bis dahin müsst ihr vorlieb nehmen mit einem meiner wenigen gelungenen "poetischen" ergüsse. stay tuned für die fortsetzung; es ist jetzt noch nicht so schlimm wie es wird.]

Dienstag, 16. Januar 2024

alternative: weltuntergang

ich hatte mir schon fast glaubhaft eingeredet, sie sei mir egal geworden, nur weil ich nicht mehr so an ihr klebe, so als sei ich im winter mit der zunge an einer laterne fest gefroren. dann ist gestern abend passiert; ist ein orangefarbener zettel mit meinem namen drauf passiert, und mit schrecken habe ich realisiert, dass jede alternative einem weltuntergang gleich gekommen wäre. dann ist gestern nacht passiert; sind meine träume passiert, und ich bin weinend aufgewacht, weil sie mich nicht mehr wollte. und dann ist heute vormittag passiert; ist dieses gespräch passiert, das ich gar nicht in worte fassen kann - kann nicht in worte fassen, wie sie mich angesehen hat, so als sei ich kein trümmerhaufen, sondern wertvoll. zu jedem anderen zeitpunkt hätte ich mehr mehr mehr gewollt, aber dadurch, dass wir uns viel öfter sehen als früher, komme ich mir vielleicht auch nicht mehr so schrecklich bedürftig vor. (außerdem habe ich inzwischen ja auch einen therapeuten. und meinen someone. vielleicht klammere ich mich deswegen nicht mehr so sehr an sie. das ist gut zu wissen, für mich. für sie vielleicht auch, auch wenn sie das eigentlich nie gestört hat.) sie ist auch immer noch die person, die ich weinend anrufe, und das stört sie auch nicht. und irgendwann werde ich die worte finden, die ausdrücken, wie dankbar ich ihr eigentlich für all das bin. 

Donnerstag, 28. September 2023

Prisma

du
kleidest die sehnsucht in ein neues gewand
du, nicht mehr -
von schillernden farben geblendet
eingewebt in einen kokon
das zitternde herz, das von der zunge st olp e r t
- als eine flüchtige berührung,
begleitet von worten, präzise gesetzt,
die in meinem herzen hallen,
sich nicht in (d)einem thronsaal verlieren;
in einem Mehr aus türkisen augen

du hast es mich erkennen lassen:
ein prisma, das das licht nicht bricht;
nein, es bricht und bricht,
bis nichts mehr von mir übrig ist
doch in den trümmern siehst du mich
und
nimm(st) mich mit

Freitag, 15. September 2023

// forever //

"Wenn du möchtest, kannst du für immer bleiben."

Sunlight burns inside
And I feel so alive
And help me now, tell me how
How can this last forever?
Red - Forever

[Ich versuche, das Vertrauen zuzulassen und bin mir doch bewusst, dass ich ihr genauso gut eine geladene Waffe in die Hand drücken könnte. Dabei weiß ich, sie hat mir versichert, dass nichts Schlimmes passiert. Und es wäre so einfach, ihren Worten Glauben zu schenken, aber so ganz kann ich mir das (noch) nicht erlauben. Vielleicht mit der Zeit, wenn die passenden Taten folgen, so wie heute; ich hab sie gebraucht und das war in Ordnung für sie. Sie macht, dass a l l e s wieder in Ordnung kommt. Auch wenn ich meine Ängste vor der Zukunft von ihr fernhalte - wie sollte ich denn auch zugeben, wie furchtbar die Vorstellung für mich ist, dass sie mich irgendwann nicht mehr sieht? Also versuche ich, die "letzten" Wochen zu genießen, bevor das absolute Chaos über mich herein bricht. Aber: Ich bin mir sicher, das kommt auch wieder in Ordnung, irgendwie.]

Dienstag, 8. August 2023

when i open my eyes to the future, i can hear you say my name

Ich habe meine Haare gefärbt und mir eine Brille gekauft, und so langsam erkenne ich mich, wenn ich den Spiegel schaue. // Es ist mir egal, was andere Leute davon halten. Wenn es sich authentisch anfühlt, ist die Veränderung nicht zu krass. // Bei fast allen Personen, die mir wichtig sind, habe ich mich inzwischen geoutet - und auch auf der Arbeit. // (Als ich heute nach meinem Urlaub wieder in die Praxis gekommen bin, hatten meine Kollegen in der Zwischenzeit alle Schilder geändert, auf denen mein Name steht. Da war ich ein bisschen sehr gerührt.) // (Manchmal, wenn mich diese irrsinnigen Zweifel überkommen und ich versucht bin zu denken, ich könnte einen Fehler gemacht haben, denke ich an diese Euphorie und weiß es wieder besser.) // Ich kann nicht sagen, wann ich mich das letzte Mal in meinem Leben so gut gefühlt habe. (Rell meint, ich würde viel zufriedener wirken. Und das liegt sicher nicht nur daran, dass es mir immer besser geht, wenn ich sie sehe.) // ("Hast du [hier ihre Äußerung einfügen] vermisst?" möchte sie wissen. Ich sage: Nein. Ich meine: Nein. Aber. Dich.) // (Sie ist so absolut großartig - es sei denn, sie löst gerade mal wieder heillose Verwirrung aus bei mir - aber das erwähne ich in jedem zweiten Post.) // Heute habe ich mich den ersten Personen, die ich vorher nicht kannte, als Rain vorgestellt und dieses Gefühl ist einfach nur wild. Ich kann nicht. Ich muss mich dann immer zurückhalten, weil dieses immense Glücksgefühl mich wahrscheinlich leicht übergeschnappt wirken lässt. // Ich brauche immer noch dringend eine Therapie. // "Der Termin ist nächste Woche Mittwoch..." - "Um...?" - "Um 11 Uhr." - "Dann denke ich an dich." (Da. Da seht ihr, wie cute sie doch ist.)

Nobody can say for certain
If maybe it's all just a game
When I open my eyes to the future
I can hear you say my name
Sleep Token - Rain

Samstag, 15. Juli 2023

the silence where i stood

ich mache das nicht mit absicht. und ich mache das mit absicht. und es funktioniert, und es funktioniert nicht; es funktioniert ganz eindeutig nicht, sonst würde ich hier nicht sitzen, alleine mit einer flasche wein. aus angst, zu weit zu gehen, gehe ich lieber. das darf ich sie bloß nicht wissen lassen, sonst wirft sie mir wieder vor, dass ich ihr nicht genug vertrauen würde. dabei hat das mit vertrauen nichts zu tun. ich kenne sie. aber
m i c h kenne ich auch. und streng genommen weiß ich, dass ich's mir nicht erlauben dürfte, sie zu brauchen. aber ich tu's doch. vielleicht geht's ja gut aus dieses mal? sie sieht auch das problem überhaupt nicht; völlig mitleidslos ist sie der meinung, ich müsse das jetzt eben lernen. dass jemand [also: sie] gut ist zu mir. und dass nichts schlimmes passiert. [ich kann hier nicht weiter schreiben. ich bin viel zu verwirrt. sie sagt all diese dinge zu mir; vor ein paar tagen sagte sie, sie sei stolz auf mich, und ich wusste absolut nicht, wie ich darauf reagieren sollte. ich weiß auch nicht, ob das überhaupt schonmal jemand zu mir gesagt hat. scheiße, ist das nicht traurig? ja, doch, vielleicht mache ich das mit absicht; irgendwie muss ich ja sicherstellen, dass sie mir nicht auch noch abhanden kommt. das könnte ich nicht ertragen.]

In my whole life
There's silence where I stood
I found you in the lone light
Never knew it felt this good
Won't you teach me how to see
The way you see me
Talos - See Me

Freitag, 19. Mai 2023

hell raised me

I thought you were dreaming / Eyes rolled to the stars
Sinking slowly in muddy waters / Set beneath the tar
You left me in the dark
We grew up scared / Bruised and battered
Youth torn and tattered
As long as you were sky high / Nothing fucking mattered
Hotel homes in the cross / Under the bridge and lost
With your heads in the clouds above
You call this love

manchmal, wenn ich nicht mehr genau weiß wer sie ist, erinnere ich mich daran, dass ich

manchmal weiß ich nicht mehr genau, wer sie eigentlich ist. es scheint so, als würden

ich kann ihr gar keinen vorwurf machen, oder? ich tue das auch. ich zeige ihr eine seite von mir, die aber keinen platz mehr hat, wenn wir

ich kann das nicht. das schreiben ist so mühselig. ich will schon seit etwa vier wochen von meinem gespräch mit rell erzählen und von dem, was danach passiert ist, dass ich nämlich -

aber ich kann nicht.

ich verstehe sie nicht. das möchte ich sagen. ich verstehe sie nicht, und mich verstehe ich noch viel weniger, auch wenn ich vor ein paar tagen zumindet geblickt habe, dass mein verhalten in den immer gleichen phasen verläuft:
(1) ich erzähle ihr etwas über mich
(2) ich komme fälschlicherweise zu dem ergebnis, dass ich sie zu nah an mich ran gelassen habe
(3) ich mache komplett dicht aus angst, dass sie mir irgendwann weh tut
(4) und (so wie heute*) die phase in der ich dann versuche, das alles zu überspielen, indem ich mich - aber das kann ich nicht ins internet schreiben, weil ich mich so abgrundtief dafür verachte. 

sie würde das wahrscheinlich verstehen. dass das so ist. und wo das her kommt. sie ist schließlich auch in der hölle groß geworden. ist aber keine entschuldigung. für mein verhalten, meine ich. ich bin mir nicht ganz sicher, wie viel davon sie so mitbekommt. ob sie tatsächlich denkt, dass es mir gut geht. weil danach fragt sie oft gar nicht. (muss sie auch nicht rede ich mir ein. sie verlässt sich einfach darauf, dass ich sie anspreche, wenn ich schwierigkeiten habe. und außerdem: was sollte ich schon sagen? die wahrheit?)

ich weiß im moment gar nicht wie die aussieht, die wahrheit. wie geht's mir? nicht mal i c h will mich das fragen. müde bin ich. aber das ist nichts neues. frustriert bin ich auch, aus verschiedenen gründen. aber die zu erläutern würde diesen post sprengen.

/ / / / /

* "heute" meinte ursprünglich dienstag; es ist freitag mittlerweile, und ich sehe mich erst jetzt in der lage dazu, das hier fortzusetzen. mir ist auch gestern erst der richtige satz eingefallen, um das ganze zu beschreiben: sie ist schwer fassbar. sie ist total da, aber irgendwie könnte das auch eine beliebige version von ihr sein. [und ich, ich kann die worte schwer fassen, die sie mir sagte beim letzten mal. ich konnte gar nicht eher darüber schreiben.  über ihr: "du bist einer der wenigen menschen, die mich überhaupt nie enttäuschen könnten." ich meine - wie?! ich, ria, bin doch wohl die enttäuschung in person. sonst hätten meine eltern mich schließlich gewollt. 

naja, und ein paar tage später war alles in mir so: du hast ihr WAS erzählt?! und da hab ich mich halt eingemauert. und hab mich zurückgezogen. und hab ihr übel genommen, als sie mich nicht rausholen kam. das soll doch mal jemand verstehen. inzwischen ist es wohl wieder ... okay-ish, denke ich. sie hat bald wieder mehr zeit. für mich, gegebenenfalls. falls ich mal wieder den mund nicht halten kann. 

ich sollte froh sein, dass das so passiert ist. so muss ich mich nicht krampfhaft bemühen. ich kann auch auseinanderfallen. sie hilft mir beim aufsammeln. und das ist in ordnung für sie. sie könnte ja auch sagen, dass sie damit nichts zu tun haben will. würde ich voll verstehen. aber. sie weiß nur zu gut, wie das ist. denn: hell. raised. us.

I was raised in hell / I made it out by myself
I was raised to bleed / Bad blood runs wild and free
Northlane - Bloodline