Dienstag, 15. September 2026

alveola

lungs full of colour, still breathing
you hide inside the capillaries
teeth sharp as diamonds, eyes like tourmaline,
clutching your own strings

oh, it's beautiful you're so aware
too bad i can't have a dance with you
not as long as your dress is
still stained with blood

yes, and this firebrand will leave a mark, too
please hand over your licence and vacate the perimeter
don't worry, we will meet again just outside
this time, i have brought my carving knife

i heard someone is in need of a spine.

Montag, 14. September 2026

pleiades

i abandoned control somewhere between ice-cold clouds
came back just to disappear without a trace
afraid that silver-eyed demons might have spoken the truth:
there's nothing left underneath the violence - the only beauty lies in decay

for years, i answered in blood, til i forgot the question
i created an image, ate all my feelings, a slave of a love-infected heart
tried to drown out the voices, still sharing a bed with ghosts of the past

walked with selene hand in hand, but never in daylight;
the vampiric assassin of my own better life
crumbled city walls between the tips of my fingers
fought a knight in fcking shining armor,
then stepped outside, the destruction

to choose the moon instead of a brain,
cause where the hell had thinking ever led me
chose the stars for eyes, so i could see her in heaven
never found a cure for love, never will

Freitag, 11. September 2026

anti/gravity

I. Der Atlantik ist mitternachtsblau und bricht sich in türkisen Wellen an den Klippen. Weiße Gischt sitzt wie eine Krone auf den dunklen Kämmen. Ich denke (trotzdem) an Deine (grünen) Augen. Paradox ist meine Normalität.

Und ich habe aufgehört, die Strichliste zu führen - schon bevor ich überhaupt angefangen hatte. Im Kopf bin ich bis fünf gekommen, vielleicht, dann dachte ich nur: fck my life. Und hab es akzeptiert; fühle mich deswegen nicht schuldig. Ich wünschte niemanden weg. Ich würde auch nicht tauschen wollen. Ein Zuhause habe ich in einem anderen Leben. In diesem bin ich ohne Dich glücklich, irgendwann.

II. (Aber das stimmt nicht. Ich würde, wenn ich könnte. Immer. Nur manchmal zögere ich.)

III. "Ich bin wegen Dir hier" denke ich. Hier, irgendwo auf dem Atlantik, bin in Morro Jable auf ein Boot gestiegen. Hier: überhaupt noch irgendwo auf dieser Welt. Bin ich nur noch wegen Dir. Und Du? Bist nicht mehr da, und ich kann's Dir nicht erzählen: dass ich gar nicht seekrank geworden bin, heute schon weiße Dünen, tiefblauen Ozean, und darin sogar Delfine gesehen habe. Kurz danach war ich kurz davor zu beschließen, dass Du tot bist. Weil die Geschichte sich so einfacher erzählen ließe; ich nichts für das Ende könnte. Aber ich will nichts mehr, als dass es Dir gut geht. Also hoffe ich, dass das so in Ordnung ist für Dich. Falls nicht: you know where. *

IV. Das Meer ist irgendwo unter einer Wolkendecke verschwunden. Ich starre auf die Innenverkleidung des Flugzeuges, die in einem lebensbejahenden Grau gestaltet ist, und denke trotzdem an Dich. Ich werde in meinem Leben wohl nie in ein Flugzeug steigen können, ohne daran zu denken, wie Du mir erzählt hast, dass Du überlegt hattest, Stewardess zu werden. Also sitze ich da, umgeben von Grau und Fremdheit, und stelle mir vor, wie Du wohl aussehen würdest in weißer Bluse und schwarzem Blazer, mit Zopf und Halstuch. 

V. Was tue ich denn eigentlich hier. FCK. 

VI. Und ich bin wegen Dir hier; auch wenn ich hier bin mit nem Kopf voller Gedanken, die vielleicht falsch sind, weil ich sitze hier neben Kätzchen, und wtf am I doing. Wenn Trauer bloß Liebe ist, die nirgendwo mehr hingehen kann, werde ich niemals aufhören damit. Ich wüsste nicht, wie - und ich wüsste nicht, ob ich wollte. Vielleicht, wenn ich Dich irgendwann aus mir heraus gesprochen habe, in winzig kleinen Stückchen, dann. Vielleicht höre ich dann auf mich so zu fühlen, als sei ich auf der Suche nach etwas, von dem ich weiß, dass ich es sowieso nie finden kann, weil es nur in meiner Vergangenheit existiert. 

* If you wanna break free, you know where to find me
If you wanna break free, you know where, you know where
Starset - Antigravity

Donnerstag, 27. August 2026

re: double feature

she is not the architect; she's the architecture
she's in the walls, the ceiling, the basement - and she is not alone
you are there - not the architect, either;
this is not a place to create, you are but allowed to admire

you are there, frozen, you can't get any closer -
try to leave, but you won't be able to open all these doors
that's what she does - she likes you best when you're like a ghost:
transparent, only she can see you,
and every time she looks away, you just cease to exist
your future. is viole(n)t. or nothing at all.

and you don't know it yet -
even if you did, it wouldn't make a fucking difference,
cause you don't get to choose -
but nothing would be better than rotting away in this prison, forever.

Montag, 17. August 2026

Nimmersatt

Indigo - Arcane Roots
Broken - The Haunted Youth
Rescue Me - Thirty Seconds To Mars
Rain - Sleep Token
It's All So Incredibly Loud - Glass Animals
Au Revoir - One Republic
More Than You Know - Axwell /\ Ingrosso
Exoskeleton - VANT

Wir haben nie wieder über das Buch gesprochen. Weil ich den Teil so gerne vergessen wollte. Und vielleicht kann man die Entscheidung rückgängig machen - ganz gewiss kann man das, aber das heißt nicht, dass ich auch meine Gefühle ungefühlt machen kann. Miserabel habe ich mich gefühlt. Und dann dachte ich, dass das wieder in Ordnung kommt. Und jetzt?

Ich hänge an Dir. Aber ich häng' an nem seidenen Faden. Mit Händen, geschickt genug, sich nen Strick draus zu drehen. Aber das realisierst Du auch nicht. Wie auch. Du realisierst ja auch nicht, wen Du da eigentlich an Deiner Seite hast. Oder es ist Dir schlichtweg egal? Oder. Soll das so sein? Wasauchimmer: es frisst meine Energie wie eine nimmersatte Raupe. Könnten wir aufhören, bitte? Vielleicht kriegen wir's nicht ungefühlt, aber für den Anfang trennen wir die Seite mit den Songs einfach raus, und wenn wir dann auch noch mein Herz flicken, damit es nicht mehr so viele Löcher hat, musst Du niemals wieder zuhören. Oder ist es das, was noch helfen kann an diesem Punkt: Worte? Ich weiß es nicht. Denn was weiß ich schon?

Mittwoch, 5. August 2026

devise: kleinholz

I. ich hab ein halbes jahr - gegeben, ohne zu zögern; ich meine, ich habe gewartet, und erstmal gar nichts beurteilt, weil sie das weiß gott verdient hatte nachdem da so viel eingestürzt ist, aber statt das zu reparieren, wird das andere stuhlbein auch noch angesägt, und an dem punkt dachte ich mir so, mit all der eloquenz, die ich aufbringen konnte: hä?

im märz hab ich der gesamtsituation dann ein gewand geschneidert aus euphemismen, aber hätte, hätte, hätte - ich das mal so dargestellt, wie's wirklich war, nämlich belastend, dann - ach komm, was soll das, glaubt doch keiner ernsthaft, dass das einen unterschied gemacht hätte. also hab ich die frist in die verlängerung geschickt. weil ich an etwas geglaubt habe.

besser: weil ich an jemanden geglaubt habe. tja, und dieser jemand hat jetzt nen beil in der hand, also, so rein gefühlsmäßig, und zertrümmert damit fröhlich den, ich weiß nicht, esstisch. es wird sich nicht mehr zufrieden gegeben mit stuhlbein-gesäge. ähm, ich dachte, wir wären gerade dabei, etwas aufzubauen? hab ich da was falsch verstanden? warum genau wird unser mobiliar gerade zu kleinholz zertrümmert? von d i r? was? soll? das?

kann ich dich nicht fragen, fck, weil du beschäftigt bist mit: keine zeit haben, für mich. ja, und nun. muss ich vielleicht langsam mal beurteilen. ob der zeitpunkt gekommen ist, meine zelte abzubrechen. 

II. ich schreib das. als würde ich die antwort nicht schon kennen. 

III. aber schreiben kann man viel. und gedanken mache ich mir noch mehr. bloß ist das nicht mein kopf, der die entscheidung trifft - der hat absolut kein mitspracherecht, zumindest nicht in diesem fall. mein herz entscheidet. sich zur not auch für ruinen.