Sonntag, 14. Juni 2026

BA970

cabin crew, take your seats for landing. ja, natürlich hätte, wäre, wenn, es auch anders kommen können. weiße zuckerwattewolken das gefängnis, statt dem türkis - wir hätten das meer sehen können, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. aber es ist mühselig, darüber nachzudenken. und dann auch noch worte finden für etwas, das sowieso nie passiert wäre - du trägst deine haare doch am liebsten offen, ich weiß, und deine seele, was hättest du mit der gemacht? die müsstest du dann auch verkleiden, verstecken, alles, hinter einem hübsch aufgemalten lächeln, und wo bleibt da die verbindung. also lag statt der welt ich dir bloß zu füßen, und du hast beschlossen, das nicht synonym zu verstehen. weil liebe manchmal nicht genug ist oder du stilmittel einfach nicht kapierst, was weiß ich schon.

dass das ende immer gleich gewesen wäre, das weiß ich; die gitterstäbe sind nur zierde, beiwerk, am schluss brechen wir nicht an konventionen, sondern an der zeit selbst entzwei. jetzt, am ende, sind wir einfach nur gewöhnlich; vorbei, denn zeit passiert uns allen. spielt keine rolle, was wir nicht durften: das meer sehen, ganz in echt; zusammen, nicht nur ein bild, das über dem sofa hängt. spielt keine rolle, dass (es) inzwischen da nicht meer hängt - wollte ich schreiben, aber es bricht mir das herz. es bricht mir das herz, dass du der ort geworden bist, an den ich nicht länger gehen kann. ich sitze also im flugzeug, machtlos; diese distanz lässt sich nicht messen in kilometern. du bleibst. unerreichbar entfernt, für immer.

Samstag, 23. Mai 2026

it all wasn't right, take what you need and call it

aller guten dinge sind drei, sagt man. aber es sind fünf wochen, fünf tage vergangen, und es gibt keinen song. weil ich's dann zu nem abschluss bringen müsste. und wie könnte ich das. außerdem: mir ist egal, wie man sagt. spielt keine rolle. das sind nur worte. (und du, dann, hast dich verdammt fesseln lassen. von worten, worten, worten, und befreien - wieso sich die mühe machen, wenn man weiß: das gefängnis ist nur auf zeit. bloß an den ort, an den du dann gegangen bist. hättest du mich nicht mitnehmen können.)

nun bin ich alleine hier. schau dich an. weiß nicht mehr, was ich sehe. weggucken kann ich trotzdem nicht. wohin denn auch. (du bist doch überall. selbst jetzt noch; für immer, also.)

(also rede ich darüber. tue so, als hätte ich irgendetwas mal gewusst? "wäre sie ein ozean, würde ich in ihr ertrinken wollen." nur das.)

warst du aber nicht. kein wasser; licht kann wohl ebenso einer flut gleichkommen, denke ich. und wenn mein herz doch übervoll war davon. warum sind da jetzt bloß noch schatten. 

[Titel: Talos - The Flood]

Sonntag, 19. April 2026

stille / leftonarustedheapofhalos

warum wir einen krieg begonnen haben, ohne die geringste aussicht, ihn zu gewinnen? warum
i c h das getan habe? weil s i e es wert gewesen ist. vielleicht liegt darin die antwort. (und warum sie das getan hat. ob ich es wert gewesen bin. das muss ich nicht fragen. jetzt, wo sie nicht mehr da ist, antwortet nur noch stille. nur noch stille. lauter, als irgendetwas zuvor in meinem leben.)

Samstag, 18. April 2026

winter / icannotseeandthesilenceisraging

 

(bloß ein song. keine worte. zumindest nicht meine. die haben beschlossen, im winter zu erfrieren. und ich weiß nicht, ob jemals wieder frühling kommt. was mache ich bloß. ohne sie.)

Sonntag, 15. März 2026

Februar

Es ist schon (m)ein halbes Leben lang her. Und dann sehe ich (s)ein Gesicht auf nem Foto. Wer hätte denn ahnen können, dass es sich immer noch so anfühlt wie der erste Sonnenschein nach einem viel zu langen Winter. Und wer hätte ahnen können, dass ich immer noch denke.

(Wenn ich ihn in die Finger kriege, kratze ich ihm die Augen aus.)

Montag, 16. Februar 2026

schnitt. stellen.

I. and it feels like
finally she came to me
to whisper in my ear
don't stay here

II. der song ist zu lang um kaffee zu kochen. aber er hat die perfekte länge um ihn direkt in meine blutbahnen zu injizieren. mir ist kalt. wieder so kalt wie in jenem herbst.

III. ich bin kein unbeschriebenes blatt. aber müsste ich's nochmal machen, würde ich dir ein solches mit der post schicken. so hätten wir uns wenigstens - endlich einmal - ähnlich viel zu sagen. und ich würde gewinnen, dann. denn dass ich lauter, leiser, und schöner schweigen kann als du, wissen doch schon längst alle.

IV. french press on a pedestal / two scoops haven't worked for too long (a tale of golden keys - something political) x ja und dann bin da ich, und ich weiß nicht, ob die anderen zeilen auch zutreffen auf mich. weiß ich, wie ich mich fühle? und wie viel zeit hat sie sich genommen für die entscheidung(en), teil meiner vergangenheit zu bleiben?

V. das hätte absehbar sein müssen, denke ich mir. sie war immer schon. viel zu Perfekt. 

VI. ich will nicht weiter irgendwelchen bipolar veranlagten zeitströmen folgen, lieber sitze ich hier und atme, mit mir selbst. versuche, mir einzureden, ich könnte ihr entkommen. doch dazu müsst' ich meinen glauben ändern. kann ich nicht, ist viel zu schön so. wer fühlt sich nicht gerne bedroht von der unendlichkeit der dinge.

VII. was.

VIII. tue ich denn hier? ich tue das selbe wie früher, nicht? die anfänge mit römischen zahlen zu versehen ändert doch gar nichts, wenn das ende gleich bleibt. this is not goodbye.

(und so traf "aufgegeben III" zuerst "how did i get up anyhow" und ist dann drei jahre durch die zeit gereist. hat meinen verstand da mal kurz abgeholt; macht gar nichts mehr aus, dass ich aktuell fieber habe und auf zu viel und zu wenig kaffee gleichzeitig bin. geisteskrankheit. braucht keine resonanz. und wenn ich's am ende doch bereuen sollte, habe ich hoffentlich längst schon vergessen, wie weh es einmal tat.)