Mittwoch, 4. Februar 2026

geisterliebe

I. die asche hörte damit auf, meinen namen zu flüstern, nachdem ich ein machtwort gesprochen hatte. nachdem ich realisiert hatte: die brücke zurück in die vergangenheit brennt zwar lichterloh - aber was ist, wenn das nicht mehr die richtung ist, in die ich gehe? 

II. es ist kalt. seit dem zeitpunkt, an dem ich mich abgewandt habe; seit ich den gefühlen ein ansehnliches gewand geschneidert habe, so dass sie nicht mehr länger wirken wie groteske gestalten, die sich nicht in die öffentlichkeit wagen dürfen. 

aber ihre gefühle dürfen nicht existieren auf papier. das würde schließlich spuren hinterlassen. und das darf es doch nicht; wir lieben wie geister. 

und weil ich das doch weiß, habe ich mir ein zeitfenster gesetzt. jetzt warte ich nicht mehr. (ich warte nicht mehr. aber ich warte auch nicht weniger.)

ich kann nicht anders.

ich sitze hier wartend; darauf, dass meine geisterliebe einen weg findet, diese mauern zu überwinden. die in ihrem kopf meine ich, und die um ihren hübschen kopf herum auch. 

III. meine gefühle sind wohl wahrhaft schlechte geister, was? die können nicht so mir nichts, dir nichts, locker-flockig durch diese wände schweben. 

dabei müsste sie nur das wort sagen. dann könnte ich sie sogar mitnehmen in mein neues leben. dann könnte sie mir sagen, ich solle weniger arbeiten, weniger kaffee trinken und meinem therapeuten nicht so viel von ihr erzählen.

IV. tja. aber, aber, aber.

aber ich muss doch.

also geht's genauso weiter. nur dass ich nicht mehr sterbe, wenn ich in den briefkasten schaue. 

V. ich sterbe nicht mehr, wenn ich in den briefkasten schaue. 

aber ich sterbe auch nicht weniger.

Donnerstag, 15. Januar 2026

LLUVIA

Warum ich sie auf ein Podest gestellt habe? Weil sie es weiß Gott verdient hatte. "Sie schwebt über allem; für eine Stunde könnte sie Gott sein. Nur müsste dazu zuerst jemand an sie glauben." So habe ich sie mal in ein Gedicht geschrieben. In einer Geschichte steckt sie jetzt auch, und so pflanze ich sie in die Köpfe der anderen - als ein machthungriges, selbstsüchtiges Wesen. Und mich - und das ist noch viel schlimmer - mich verewige ich als einen Verlust, den sie nicht verkraften konnte. (Charakterentwicklung durch totes Regenmädchen Klischee. In der nächsten Szene isst sie dann einen Apfel. Einen von den grünen.) So wird sie unsterblich, und mit nicht wenig Genugtuung denke ich daran, dass Unsterblichkeit wahrscheinlich das Schlimmste wäre, das ihr passieren könnte. Noch schlimmer: Unsterblichkeit als eine
Art... Superschurkin, wenn ich das mal so sagen darf. Mit meinen Worten, die ich ja eigentlich nicht habe. Aber sie sieht so schön aus da oben, denke ich. Sie hat genau das verdient.

Donnerstag, 8. Januar 2026

aufgegeben.

 Ich habe Cheza heute einen Brief geschrieben.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

// gray while blue //

6 Stunden bis zu einem Feld voller Sterne. Dann findet zusammen, was zusammen gehört.

Punkt.

Oder - Fragezeichen?

Oder: ein Schneeball, der eine Lawine auslöst, bis mir einfällt, dass sie das genauso gesagt hat. "Du gehörst hierher. Und du gehörst zu mir."

(Deswegen bleibe ich, auch als die Welt anfängt, in Flammen aufzugehen. Und ich sage ihr nichts davon, weil ich doch versprochen habe [dem Ganzen] eine Chance zu geben. Und weil ich glaube, dass sie [daran] glaubt. (Erst sind es nur kleine Feuer, und dann brennt's lichterloh. "This is fine" sage ich, wenn sie mich danach fragt.))

Aber nichts war fine. Und jedes Zimmer brannte.

Und dann zerfiel das Haus zu Trümmern, während ich noch drin saß, an einem Donnerstag. 

Problematisch? Durchaus. Aber nicht so, wie man meinen könnte. Durchaus problematisch: in seiner Bedeutung für u n s. 

Looks like we're locked inside the darkness
They want us to be numb
The vultures are just behind
So don't stop 'til we get to the sun
We've got a long way to run

Wohin denn laufen - wie denn laufen, wenn die Trümmer, die sich da auftürmen, so hoch wie der gottverdammte Mount Everest erscheinen. 

Irgendwie, indem man einen Fuß vor den anderen setzt. (Und nachfragt. Nach einem kleinen mentalen Zusammenbruch, am Samstag, in der Badewanne.) Und nachfragt. An einem Sonntag, als ich schon wieder am Bahnhof stehe. 

Kurskorrektur? Rückwärtsgang einlegen; schlimmer noch? "Machen wir das mal wieder?" Weiß ich ja nicht genau. Weiß ich doch alles nicht genau, ich mache das hier zum ersten Mal. (Sie sagt Ja. Sie macht das auch zum ersten Mal. Aber sie zweifelt nicht so sehr daran. An mir, meine ich. Sie zweifelt gar nicht an mir; an uns. Ein Wort dafür findet sie allerdings auch nicht.)

(Vielleicht brauche ich auch keins mehr. Kätzchen hat das schon vor Wochen festgestellt: spielt doch eigentlich keine Rolle. Solange du dich damit gut fühlst.)

"Gut" würde ich nicht wählen, um diesen Zustand zu beschreiben. Das ist nicht ausreichend.

Don't stop 'til we get to the sun
Starset - Sway

Mittwoch, 26. November 2025

Kapitel 61: Zeitreise

Begleitet mich dabei, wie ich einen Abend lang Musik höre, die mir nicht gut tut, auf der Suche nach dem einen Song, der auf die "passende" Art und Weise weh tut, und mich in die Vergangenheit zurückreisen lässt, lange genug. Klingt doch spaßig, oder nicht?


Irgendwann im Oktober

Only - Sunrise Avenue: Fühlt sich gar nicht gut an. Tja. Nun. Wie man sich bettet, nicht wahr? Die Suppe hab ich mir eingebrockt, muss ich nun also auch auslöffeln. 

SKIP.

SKIP.

Keeping You Around - Nothing But Thieves: Es ist vorbei, das weißt du, Ri? / Ja. Aber das müsste es nicht sein.

Breathe Into Me - Red: Ich brauche das für w a s? Was soll das denn?

Final Masquerade - Linkin Park: (Mal einen Text für sich sprechen lassen.)
Und doch kann ich mich da durch atmen. Und doch wünschte ich, es würde. 

SKIP. SKIP. SKIP. SKIP. SKIP.

Your Forgiveness - The Rasmus: (Off-Topic. Aphelios muss auf die Liste. Damit ich so richtig schon ausleuchten kann, wie ich 16 Jahre alt und außer Kontrolle war.)

Talia - King Princess. Undercover Agents - Enter Shikari.

End Of Me - A Day To Remember: Kann das jetzt bitte endlich mal vernünftig weh tun? Das könnte es wieder in Ordnung bringen. Ich fühle nicht richtig. Das ist alles nicht richtig. "Besser" ist nicht richtig. Wo ist meine Suppe? Meine versalzene, lauwarme Suppe mit so richtig viel, keine Ahnung, Spargel darin? Keiner mag das. Keiner mag sowas. 

SKIP. SKIP. SKIP. SKIP. SKIP. SKIP. SKIP. 

So Addicted - Sonic Syndicate: Welche Daseinsberechtigung hat diese Playlist denn noch? Seit zwei Jahren reden wir ja gar nicht mehr miteinander. Ich könnte gar nicht, selbst wenn ich wollte. Keine Luft mehr unter meinen Flügeln, ich kann das alleine jetzt, okay. Nachdem ich natürlich voll auf der Fresse gelandet bin, haha. (Und auch keine Flutwelle mehr, die meine Träume ertränkt. (Aber sie gehören immer noch Dir. Jeder einzelne von ihnen gehört nur Dir.))

Scrape (Acoustic) - Blue Stahli.

Ich skippe dann 9 Songs. Um den ausfindig zu machen, der normalerweise mein Innerstes nach Außen kehrt. Deswegen kann ich den Titel auch nicht hier rein schreiben. Ich denke mir, das vielleicht das Setting nicht passt. Vielleicht sollte ich mich ins Bett legen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Oder an die, naja, Decke starren. Zimmerdecke in diesem Fall. Dunkel müsste es sein auf jeden Fall. (Der Song heißt passenderweise In The Dark. Vielleicht funktioniert das. Sonst höre ich auf. Ich könnte auch einfach aufhören? Warum kann ich nicht aufhören?)

Sonntag, 23. November 2025

solstice

Irgendwann im Oktober

In ihrem Garten habe ich uns gesehen, in einem Goldenen Herbst. Nun wird es November werden. Erst missfällt mir der Gedanke. Sterbende Gärten sind sterbender Liebe vorbehalten, denke ich, während ich erst Pumpkin Spiced Oat Drink in meine Kaffeetasse schütte, und dann Karamellsirup. Aber eigentlich spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Nichts sonst spielt mehr eine Rolle, wenn wir im November endlich Wirklichkeit werden.

Wenn das Warten endlich ein Ende hat. Wenn -


Irgendwann im November

Bloß ist es nicht "irgendwann" - sondern ziemlich genau 5 Tage, bevor meine Füße mich schlussendlich doch über ihre Türschwelle tragen werden. Ich traue mich noch gar nicht, mich darüber (zu sehr) zu freuen, weil ich Angst habe, dass es dann nicht mehr Wirklichkeit wird. 

Das kann doch nicht Wirklichkeit werden?

Doch. (Und dann ist es seltsam, und komisch, und ich wünschte mich zurück in die große Stadt.)

Oder: doch; ohne Einschränkungen. Und was würde das dann bedeuten?


Irgendwann // Immer

Don't let me let the dark take over
Starset - Solstice