Donnerstag, 8. Oktober 2026

you've stripped me down the layers fall like rain

Aus einem Herbst einer längst vergangenen Zeit

Fünf Jahre lang wollte ich nur sehen, dass ich Dir wichtig bin. Konnte Deinen Worten nicht glauben, bis Du ihnen endlich auch hast Taten folgen lassen. Gleichzeitig hast Du mir signalisiert - bis hierhin. Nicht weiter. Keinen Schritt weiter. Du wirst mich gehen lassen, immer und immer wieder; egal wie oft ich zurückkehre zu Dir. Ich weiß das. Glaub mir, ich weiß. Und trotzdem wünschte ich. Wünschte, dass ich das nicht länger tun müsste. Dass wir das nicht länger tun müssten - zumindest nicht so; ich wünschte, dass wir diesen Ort verlassen könnten, zusammen, dass wir uns vor dem Haus nicht trennen müssten, aber ich weiß, dass das nicht geht. Weil es nämlich keinen Ort gibt, an den wir gehen könnten.

Denn 2/3 des Tages führst Du ein Leben, in dem ich nicht existieren darf. Wenn Du mir also sagst, dass Du in dieser Zeit an mich gedacht hast - bedeutet das etwas? Ich weigere mich zu glauben, dass es das tut. Weil ich dann nämlich fast so leichtsinnig werden könnte zu glauben, ich hätte eine Chance. Über das restliche Drittel mag ich gar nicht sprechen, nachdem ich so wirkungsvoll daraus getilgt wurde. Wie ein Dieb schleiche ich mich zurück, an einen Ort, an dem ich nicht länger erwünscht bin. Für was? Für Worte, die ich zurückhalten muss, weil ich Dir so viel an Gefühl nicht zumuten kann? Gefühl, das nicht angemessen zu sein scheint. Ich habe Dir einen Bruchteil davon offenbart - nein. Offenbart habe ich Dir gar nichts. Ich habe die Tür nicht abgeschlossen, wie immer in Deiner Gegenwart. (Weil ich mich sicher fühle. Bei Dir. Nur bei Dir.) Vielleicht hab' ich die Tür sogar ein Stück geöffnet - und Du hast in meine Stille gegriffen und den Teil ans Tageslicht geholt, den Du zuvor nicht sehen konntest, denn ich hatte ihn verschlüsselt.

Er war verschlüsselt - da sind nur wir Beide gewesen, an einem Freitag - und ich hab' nicht länger dagegen ankämpfen können, und hab' Dich in meiner Seele lesen lassen wie in einem Buch. Ich bereue. Es nicht. Ich bereue, dass ich damit fast vier Jahre lang gewartet habe. Aber weißt Du, ich hatte Angst. Angst, dass Du es nicht verstehen würdest. Angst, dass man Dich mir wegnehmen würde. Und vielleicht tat ich gut daran, denn im Grunde haben sie das getan. Wieso hast Du auch gesprochen? Nein - wenn ich sage, darüber zu sprechen war (D)ein Fehler, dann sage ich: Lass mich Dein Geheimnis sein. Das Gegenteil war der Fall. Bloß dass Du noch immer m e i n Geheimnis bist, denn nachdem ich daran gescheitert war, es im Februar diesem Therapeuten zu erzählen, habe ich es verschwiegen. Jedem. Einzelnen Menschen. Bis ich glaubte, das nicht eine Sekunde länger aushalten zu können. Ich kann es nicht länger aushalten, Cheza. Du sitzt unter meiner Haut. Und Du brennst wie Feuer.

Jetzt

Die Zeilen sind anders gebrochen. Mein Herz ist es auch. Sie existiert nur noch auf Papier, und in einem Raum, in dem "ihr" Bild an der Wand hängt. In einem Raum, für den ich so dankbar bin - aber manchmal habe ich Angst. (Doch was könnte schlimmer sein. Als sie zu verlieren.)

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