Mittwoch, 5. August 2026

devise: kleinholz

I. ich hab ein halbes jahr - gegeben, ohne zu zögern; ich meine, ich habe gewartet, und erstmal gar nichts beurteilt, weil sie das weiß gott verdient hatte nachdem da so viel eingestürzt ist, aber statt das zu reparieren, wird das andere stuhlbein auch noch angesägt, und an dem punkt dachte ich mir so, mit all der eloquenz, die ich aufbringen konnte: hä?

im märz hab ich der gesamtsituation dann ein gewand geschneidert aus euphemismen, aber hätte, hätte, hätte - ich das mal so dargestellt, wie's wirklich war, nämlich belastend, dann - ach komm, was soll das, glaubt doch keiner ernsthaft, dass das einen unterschied gemacht hätte. also hab ich die frist in die verlängerung geschickt. weil ich an etwas geglaubt habe.

besser: weil ich an jemanden geglaubt habe. tja, und dieser jemand hat jetzt nen beil in der hand, also, so rein gefühlsmäßig, und zertrümmert damit fröhlich den, ich weiß nicht, esstisch. es wird sich nicht mehr zufrieden gegeben mit stuhlbein-gesäge. ähm, ich dachte, wir wären gerade dabei, etwas aufzubauen? hab ich da was falsch verstanden? warum genau wird unser mobiliar gerade zu kleinholz zertrümmert? von d i r? was? soll? das?

kann ich dich nicht fragen, fck, weil du beschäftigt bist mit: keine zeit haben, für mich. ja, und nun. muss ich vielleicht langsam mal beurteilen. ob der zeitpunkt gekommen ist, meine zelte abzubrechen. 

II. ich schreib das. als würde ich die antwort nicht schon kennen. 

III. aber schreiben kann man viel. und gedanken mache ich mir noch mehr. bloß ist das nicht mein kopf, der die entscheidung trifft - der hat absolut kein mitspracherecht, zumindest nicht in diesem fall. mein herz entscheidet. sich zur not auch für ruinen.

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