Freitag, 5. Januar 2024

take me back to eden

Und wenn in ihren Augen ein Feuer brannte, dann nur weil ihr Brustkorb einem Scheiterhaufen glich. Und ich bin zwischen ihren Rippen hindurch geklettert, um mich neben ihrem Herzen zusammenzurollen, wie ein kleines Tier, das zwischen das Geäst kriecht, auf der Suche nach einem sicheren Versteck.

Doch verbrennen sollte mich nicht das Feuer, sondern der Frost, nachdem die Worte, die ihren Mund verließen, von Raureif überzogen glitzerten. Blindlings habe ich danach gegriffen, in meinem Bestreben, irgendetwas von ihr festzuhalten. Und meine Fingerkuppen schmerzen noch immer. Und mein Innerstes schmerzt noch immer, seit die verfluchten Silben wie ein Dolch in meinen Brustkorb, zwischen meine Rippen gedrungen sind. Und mein Alles schmerzt noch immer; alles tut weh ohne sie.

[Geschrieben: irgendwann Anfang Dezember. Danach: sind meine Worte desertiert, und die wenigen, die mir geblieben sind, reichen nicht aus, um damit Sätze zu formulieren. Und: ehrlich gesagt, will ich mich im Moment nicht auch noch mit dem Schreiben stressen. Alles andere ist schon anstrengend genug.]

Montag, 27. November 2023

auf spurensuche

die ersten spuren waren wie ein schatten; du bist ein bisschen erschrocken, als sie dir aufgefallen sind. aber mir gefällt das so. es gefällt mir, mich daran zu erinnern; es gefällt mir, mich an dich zu erinnern. deswegen habe ich den teller stehen lassen, auf dem dein toast lag - damit ich uns sehen kann, samstag, in meiner küche, beim abendessen. [das licht ist völlig irreal. und dann liegen wir unter sternen, und das orange verblasst, und die vergangenheit ist die vergangenheit.] deswegen habe ich die flasche stehen lassen, aus der du deine johannisbeerschorle getrunken hast - das etikett ist lila, und es ist sehr real, im gegensatz zu: ballkleidern, rotweintaumel, april. und ich muss mich nicht anstrengen, nicht erst etwas leisten oder mich würdig erweisen, dich nicht krampfhaft festhalten; du bist da, und du bleibst, auch wenn ich vielleicht nicht genau verstehe warum. du bleibst. und deine zahnbürste in meinem badezimmer bleibt auch. nur den rest sollte ich morgen wohl aufräumen.

Donnerstag, 23. November 2023

gesamtsumme: richtig

Ich bin ein paar Tage zu spät dran dieses Mal. Nicht, dass Dir das aufgefallen wäre, nicht, dass Du das hier lesen würdest. Aber ich frage mich, ob sich dieses Datum auch so in Deinen Kopf gebrannt hat wie in meinen. Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist. Für Dich hängt nur Verlust damit zusammen, nicht? Für mich ... ist es anders dieses Mal. Mir ist so gar nicht nach out & proud zumute. Denn ich habe eine Fehlentscheidung getroffen, damals. Weil ich dachte, die Sache so klar zu sehen. Endlich, endlich Klarheit, und es war ja auch kein Fehler, es hat sich etwas ändern müssen, bloß zu 100% richtig war es eben auch nicht. Ich widerspreche mir, meinst Du? Habe ich die Worte denn damals in Stein gemeißelt? (Hör nur, hör nur wie ich mich rechtfertige mit Hilfe von Banalitäten.) Es schien doch so plausibel, die Gleichung schien aufzugehen, selbst für mich, und ich war nie gut in Mathematik. Doch dafür hat's gereicht; 1 + 1 ergibt nunmal 2 - doch wenn 1 gar nicht 1 ist, man das nur glaubt, weil man die Handschrift nicht richtig entziffert hat, weil man vielleicht vergessen hat, die Brille aufzusetzen, und eigentlich steht da eine 7, dann k a n n das Ergebnis nicht stimmen. Also hab ich's neu berechnet - im Juni war's noch 8, und dann habe ich meinen Someone getroffen, und das Rechnen sein gelassen; die Summe ändert sich wöchentlich. Heraus kommt immer "Richtig" und das tut mir Leid; es tut mir Leid, verdammt, ich hab Dir nie so weh tun wollen - und jetzt fehlen mir die Worte, ich weiß nicht, wie ich das hier beenden soll, ohne in Phrasen zu verfallen. Ich hoffe nur, dass Du mir verzeihen kannst, all.diese.Dinge. Noch mehr hoffe ich, dass es Dir gut geht, F. Das hoffe ich von ganzem Herzen.

Samstag, 11. November 2023

this time

this time, i don't save myself from drowning. i jump headfirst into the ocean instead, and the waters are as blue as in the painting you hung in your living room. this time, there won't be any gritted teeth or clenched fists - i'm not reaching for that knife again, i left it on the kitchen counter - i'm not murdering the words this time, i promise. because this time, you look at me like you've dreamed about kissing me, too. and i don't save myself from drowning, it's happening right now, it's happening slowly - and you don't blink and your eyes are as green as a pine forest in june. this time, my lungs fill with water, my lungs fill with fire, my lungs fill with you, and you don't throw me a lifeline this time, because we both know that this time, there won't be a next time.

Sonntag, 22. Oktober 2023

to someone

And I know that you just want me to belong to someone
And I guess that now I'll just be moving on 
To someone

Anathema - Untouchable Pt. 1

Dienstag, 3. Oktober 2023

Schlussstrich

Hier sitze ich nun und wünschte, ich könnte ihn ausradieren. Den Schlussstrich, meine ich. Vielleicht hätte ich ihn weniger vehement ziehen sollen, lediglich mit einem Bleistift, bloß eine Andeutung, aber es hat deutlicher sein müssen als Zweifel. Ihre Zweifel geht mir durch den Kopf, so als -

Ich kann nicht. Bald vier Jahre "Das Geschenkpapier ist dunkelblau und meine Finger zittern" und ich dachte - ich hab echt gedacht, es sei in Ordnung inzwischen, aber in Wahrheit habe ich keinen Tag aufgehört. (Sie zu lieben. Auch auf dem Papier braucht das ein sicheres Versteck.) 

Hier sitze ich nun, in meinem blöden Wohnzimmer, auf meinem blöden Sofa, und all die Dinge, die ich habe, sind nichts wert: Nicht ohne sie. Sieht nett aus hier; die Vorwürfe türmen sich inzwischen bis zur Decke, die Erinnerungen habe ich versucht, in den Ecken zu verbergen, im Türrahmen lehnt mein vergangenes Ich und schaut mich undurchdringlich an; beide haben wir verstaubte Finger, weil wir einfach nicht loslassen können. Von irgendwoher flüstert eine Stimme: "Du hättest sie küssen sollen, als du die Chance dazu hattest." 

Kann ich meinen Kopf irgendwo umtauschen? Denn der schmuggelt sie in jedes Zuhause, das ich auf dieser Welt errichten könnte. Alleine schon der Versuch ist im Grunde zu bestrafen. Und: Die Ansammlung meiner letzten Worte summiert sich auf zu Blasphemie; hätte ich sie nicht schon längst in ein silberglänzendes Gewand gekleidet, müsste ich mir meinen eigenen Scheiterhaufen errichten. Hochverrat erhält monatlich ein neues Gesicht, was das Entkommen umso schwerer macht. Nach all den Jahren kann ich auf wunden Füßen nur noch müde - vorwärts stolpern, wollte ich schreiben, aber ist das wirklich die Richtung, die ich eingeschlagen habe? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nicht, ob ich es jemals wusste.