Dienstag, 20. Oktober 2026

Okay?

Ich sitze in meiner Küche. Banne die Fragen auf eine Leinwand. (Is that your home? Can we go there? Would you take me? / Could we tell them? Ever? Are you still afraid? / Do you like to break things? Me, the rules; me, again? Are you now satisfied?) Alles verschwimmt. Wenn ich den Finger irgendwann in genau diese Wunde legen möchte, schreibe ich aus den Zeilen ein Gedicht. Aber. Es ist nur eine Frage, die mich wirklich beschäftigt. Ob sie nicht gnädig war, am Ende. Sonst hätte sie mich vor die eine Entscheidung gestellt: "Okay" sagen und nicht "Okay" meinen, daran dann kaputt gehen vs.: in den Zug steigen - in dem Wissen, dass es das letzte Mal sein wird. (Was mir wiederum eine weitere Entscheidung abverlangt hätte. Und seien wir doch mal ehrlich - so hätte ich mein "Okay" noch weniger glaubhaft über die Bühne bringen können. Wenn sie doch merkt, bevor ich es merke, dass ich - ja, und dann, ohne diese Maskerade, hätte ich es doch bloß in seine Einzelteile zerschlagen. Mit meinem dummen Verlangen. Nach mehr.)

Ich weiß. Ich weiß, ich saß da wieder mit ner Flasche Wein, aber scheiße, war das nicht besser so? Statt mit zitternden Fingern meine verdammte Teetasse zu umklammern, mit zitternden Fingern zum Telefon zu greifen. Und. Dann. Ende - statt mir schon auf der Treppe mit meinen eigenen Händen das Herz aus der Brust zu reißen; war das nicht besser so? Nur dieser eine Moment, in dem die Welt aufhörte, sich zu drehen - seitdem tut sie es nicht mehr vernünftig, ich weiß ich weiß ich weiß, aber ich werde vermutlich nicht an inneren Blutungen sterben, und das ist doch eigentlich ganz nice? Musste zwar Talos zu nem Gott machen, um dieser Stille zu entkommen, aber kann mir ja keiner erzählen, dass der Typ das nicht auch verdient hätte.

Jetzt blute ich Farbe, und Wörter - als hätte i c h das nicht verdient. Als hätte ich es nicht verdient, an genau diesem Ort und in genau diesem Augenblick zu sein. Würde sie bloß hinsehen, glaube ich, könnten wir endlich die selbe Person erkennen, in mir. Aber. Das tut sie nicht mehr. Also von was für einer Gnade spreche ich denn eigentlich. Gnädig: das wäre gewesen, mich gehen zu lassen. Und verdammt, es ist so so so falsch, dass wir überhaupt an diesen Punkt gelangt sind. Ist das Liebe gewesen, ja, der sagt man immerhin nach, dass sie blind macht - oder Ignoranz. Und - spielt das jetzt noch eine Rolle? Ich weiß es nicht mehr. 

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