II. es ist kalt. seit dem zeitpunkt, an dem ich mich abgewandt habe; seit ich den gefühlen ein ansehnliches gewand geschneidert habe, so dass sie nicht mehr länger wirken wie groteske gestalten, die sich nicht in die öffentlichkeit wagen dürfen.
aber ihre gefühle dürfen nicht existieren auf papier. das würde schließlich spuren hinterlassen. und das darf es doch nicht; wir lieben wie geister.
und weil ich das doch weiß, habe ich mir ein zeitfenster gesetzt. jetzt warte ich nicht mehr. (ich warte nicht mehr. aber ich warte auch nicht weniger.)
ich kann nicht anders.
ich sitze hier wartend; darauf, dass meine geisterliebe einen weg findet, diese mauern zu überwinden. die in ihrem kopf meine ich, und die um ihren hübschen kopf herum auch.
III. meine gefühle sind wohl wahrhaft schlechte geister, was? die können nicht so mir nichts, dir nichts, locker-flockig durch diese wände schweben.
dabei müsste sie nur das wort sagen. dann könnte ich sie sogar mitnehmen in mein neues leben. dann könnte sie mir sagen, ich solle weniger arbeiten, weniger kaffee trinken und meinem therapeuten nicht so viel von ihr erzählen.
IV. tja. aber, aber, aber.
aber ich muss doch.
also geht's genauso weiter. nur dass ich nicht mehr sterbe, wenn ich in den briefkasten schaue.
V. ich sterbe nicht mehr, wenn ich in den briefkasten schaue.